Abramowicz: The Modern Times – Albumreview

Abramowicz: The Modern Times – Albumreview

Abramowicz zwischen The Gaslight Anthem und Bruce Springsteen

Rock’n’Roll made in Hamburg. In der schönen Hansestadt an der Elbe ist die Band Abramowicz beheimatet, die mit „The Modern Times“ ihr zweites Album nach „Call The Judges / Generation“ veröffentlicht hat. Abramowicz, das sind Sänger und Gitarrist Sören Warkentin, Bassist Niki Loew, Schlagzeuger Nils Warkentin, Gitarrist Sascha Blohm sowie Keyboarder Finn Grunewald. Ihre Interpretation des Rock’n’Roll speist sich aus klassischem Rock, Punk, Folk und Indie-Rock. Die Musik von Bands und Künstlern wie The Gaslight Anthem, Rancid, Chuck Ragan oder Bruce Springsteen steht Pate für den Sound des Hamburger Quintetts.

Ausgelassene Feier-Punk-Rock-Songs

Abramowicz The Modern Tiimes Cover Radicalis

Angriffsfreudige und euphorische zehn neue Songs befinden sich auf „The Modern Times“ und Sören Warkentins raue Stimme korreliert perfekt mit der unbehauenen Keller-Rock-Attitüde, die die Band umgibt. Gleichzeitig wohnt den Tracks aber auch immer eine grundlegende Melodieseligkeit inne, die am Ende des Albums, bei „Wild Rover“, tatsächlich eine Art Ballade gebiert. Das Piano steht mal deutlich im Vordergrund, das Gitarrenspiel erklingt gar verträumt und lieblich, das Tempo reduziert und im Finale feiert der Chor: „We solute the night to forget the day“. Angetrieben von Warkentins Shouter-Stimme stürzen sich Abramowicz mit Verve in die restlichen neun Songs der Platte. Ausgelassene Feier-Punk-Rock-Songs für die durchgemachte Nacht. Moderne Zeiten lassen Abramowicz auf „The Modern Times“ hinter sich, hier zählt noch der ehrliche, hemdsärmelige Rock’n’Roll Jeans tragender Männer.

Hook-getriebene Abramowicz-Rocksongs

Es geht weiter, immer weiter und immer vorwärts auf diesem Longplayer. Nils Warkentin peitscht mit seinen Drums „Death On The Streets“ gnadenlos nach vorn und die Gitarren changieren zwischen Bloc Party und U2. Das bassgetriebene, nervöse „Not My City“ explodiert im Refrain, während sich „The Sign“ im Heartland-Rock wiederfindet. Ein ähnlich radiofreundlicher Song wie die vorab ausgekoppelte Single „Blood Red Letters“, die die ganze Welt umarmen möchte und mit einer leisen Pianopassage aufwartet. Songs, die man laut hören sollte (sofern das Mietverhältnis es zulässt). So kann man das ausgelassene „Rolling Up My Sleeves“, das irre mitreißende „Mountains“ sowie das hymnische „Drive“ vollends genießen. So viel Spaß können Hook-getriebene Rocksongs machen.

„The Modern Times“ von Abramowicz ist am 19.04.2019 bei Radicalis / The Orchard / Soulfood erschienen (Beitragsbild von Sascha Lepp).

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