Drugdealer: Raw Honey – Albumreview

Drugdealer: Raw Honey – Albumreview

Drugdealer auf den Spuren der Beatles und Burt Bacharach

Nach dem Debütalbum „The End Of Comedy“ von 2016 kehrt Michael Collins mit Drugdealer zurück ins Musikgeschäft. Collins, auch als Run DMT oder Salvia Plath bekannt, wendet sich auf dem Drugdealer-Zweitwerk „Raw Honey“ erneut dem Sound der Sixties und Seventies zu, als Pop-Songwriting den Weg zur erhabenen Kunstform fand. Dieser frönt Michael Collins mit neun neuen Songs, die er mit diversen Kollegen aufnahm, dient ihm Drugdealer mehr als Kollektiv, denn als feste Band. Neben Sasha Winn (Gesang) und Shags Chamberlain (Bass, Produktion) beteiligten sich Josh Da Costa (Schlagzeug), die Gitarristen Jackson MacIntosh, Danny Garcia und Michael Long sowie Benjamin Schwab (Orgel, Piano, Wurlitzer, Gitarre, Backing Vocals) an „Raw Honey“.

Graziöse und entspannte Songs

Drugdealer Raw Honey Cover Mexican Summer

Nach dem ruhigen, von Wurlitzer-Orgel und Kinderchor dominierten Instrumental „You’ve Got To Be Kidding“ folgt mit „Honey“ das erste große Highlight des Albums. Natalie Mering, die unlängst mit ihrer Band Weyes Blood das großartige Album „Titanic Rising“ veröffentlichte, übernimmt die Lead Vocals dieses graziösen, entspannten Songs, der an die besten Zeiten einer Carole King erinnert. Als nächster Gastsänger tritt Harley Hill-Richmond in „Lonely“ auf, ein Piano-Pop-Singalong, der auch von Ringo Starr stammen könnte. Mit Streichern, Bläsern und Beatles-Flair wartet „Lost In My Dreams“ auf, Tiefe und Lässigkeit schließen sich auch bei Drugdealer nicht aus. Im Steely Dan-Ambiente zwischen Westcoast-Pop und Yacht-Rock changiert „Fools“, sanfte Saxophon-Klänge und lässige Gitarrengrooves inklusive.

Drugdealer meets Harry Nilsson und John Lennon

Die Arrangements auf „Raw Honey“ sind durchaus süßlich, süffig und üppig, aber nie überladen. So fängt Michael Collins die Harry-Nilsson-meets-John-Lennon-Melancholie in „If You Don’t Know“ perfekt ein, und der Crooner-Gesang von Country-Barde Dougie Poole bei „Wild Motions“ erweicht das letzte steinerne Herz. In „London Nightmare“ frönen Drugdealer dem Sixties-Psychedelic-Pop und vereinen den Sound der amerikanischen Westküste mit dem Großbritanniens, bevor das Album mit der Instrumental-Miniatur „Ending On A Hi Note“ ausklingt. Ein kurzes Album mit schönen, von Burt Bacharach und den Beatles inspirierten Songs. Alle, die das Debüt goutierten, werden sich auch an „Raw Love“ erfreuen.

„Raw Honey“ von Drugdealer erscheint am 19.04.2019 bei Mexican Summer / AL!VE (Beitragsbild: Pressefoto).

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