Jade Bird: Jade Bird – Albumreview

Jade Bird: Jade Bird – Albumreview

Die emotionale Bandbreite von Jade Bird

Jade Bird ist erst 21 Jahre jung und durchlebt auf ihrem Debütalbum alle erlebten emotionalen Höhen und Tiefen. Die britische Songwriterin zeigt auf ihrem selbstbetitelten ersten Longplayer alle Facetten der Gefühlspalette. Liebe und Freude stehen Wut, Angst und Traurigkeit gegenüber. Als Scheidungskind spielt das Thema Trennung eine genauso wichtige Rolle in ihren Texten wie desillusionierende Momente in Beziehungsangelegenheiten. Bird schüttet uns ihr Herz aus, rollt ihr Leben in zwölf Songwriter-Pop-Rock-Songs auf, die von Simon Felice und David Baron produziert worden sind. Letzterer ist auch für die String-Arrangements, Piano-, Keyboard- und Orgeleinsätze verantwortlich.

Jade Bird und die hitverdächtigen Drei-Minuten-Songs

Jade Bird Cover Glassnote Records

Stimmlich bewegt sich Jade Bird zwischen Alanis Morissette, Stevie Nicks und Jewel, die von ihr selbst geschriebenen Songs basieren auf Gitarre und/oder Piano und sind ausgestattet mit häufig überschwänglichen Melodien und Refrains. Bird schüttelt diverse Radio-Pop-Ohrwürmer wie Asse aus dem Ärmel, die dann nicht selten den Euphorie-Level einer Amy Macdonald erreichen. Das vorwärtstreibende und fröhlich klingende „Slide Effects“ ist nur die Spitze des Eisbergs von diversen hitverdächtigen Drei-Minuten-Tracks, die uns Bird präsentiert. Bei „I Get No Joy“ mag für den ein oder anderen die frühe Sheryl Crow als Referenz herhalten und mit welcher Überzeugung und Dringlichkeit Jade Bird, die bereits mit zwölf ihre ersten Songs zu schreiben begann, ihre Kraft in katapultierende Refrains steckt, kann man wunderschön in „Lottery“ nachhören.

Zeitlose Eleganz

Die Strophen singt sie fast schüchtern, die Bridge indes zeugt von einer gewissen zeitlosen Eleganz. Diese verströmt sie in der aufbrausenden, feierlichen Piano-Ballade „My Motto“ nicht minder. Eine Stürmerin & Drängerin sowie Romantikerin im klassisch anmutenden Ambiente. Richtig rotzig wird Bird in „Uh Huh“ und erinnert an die Kollegin Courtney Barnett, edel und intim hingegen in der Piano-Streicher-Ballade „17“. Ganz am Ende dann nur noch Piano und Birds barmend-sehnsüchtig-traurige Stimme bei „If I Die“, ein eindrucksvolles Abschlussstatement einer Künstlerin, die hoch hinaus will.

„Jade Bird“ von Jade Bird erscheint am 19.04.2019 bei Glassnote / AWAL (Beitragsbild von Nicole Nodland).

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