Ratso: Stubborn Heart – Albumreview

Ratso: Stubborn Heart – Albumreview

Ratso auf den Spuren von Leonard Cohen und Bob Dylan

Ratso ist der Künstlername des amerikanischen Publizisten Larry Sloman. Als Autor diverser Bücher hat er sich in der Popkultur einen Namen gemacht, darunter in Zusammenarbeit mit Medienstar Howard Stern und mit Biographien über den 60er-Jahre-Aktivisten Abbie Hoffman, des Red Hot Chilli Peppers-Sängers Anthony Kiedis, des Boxers Mike Tyson sowie mit einem Buch über die Rolling Thunder Revue Bob Dylans („On The Road With Bob Dylan“), gemeinsam verfasst mit dem Songwriter und Krimiautor Kinky Friedman. Über die Jahre schrieb Larry „Ratso“ Sloman“ auch Song-Texte, wie zum Beispiel für John Cale. Ein bunter Hund also in der amerikanischen Popwelt, doch was noch fehlte, war ein eigenes Album.

Ratso und einige Stargäste

Ratso Stubborn Heart Cover Lucky Number

Diesen Wunsch erfüllt sich der nunmehr 70-jährige Ratso mit der Veröffentlichung von „Stubborn Heart“. Das Album entstand unter der Regie von Ratsos Kumpel und Produzent Vin Cacchione in dessen Studio in Bushwick, Brooklyn. Mitgewirkt haben an „Stubborn Heart“ noch weitere Künstler wie Nick Cave, Warren Ellis, Sharon Robinson und Yasmine Hamdan. Ratsos Liebe zur Musik von Dylan, Cale oder Leonard Cohen ist unverkennbar. Sein dunkler, grabestiefer Sprechgesang im Opener „I Want Everything“ erinnert unweigerlich an den Ende 2016 verstorbenen großen Songwriter Cohen, ein stoisch-langsamer Schlagzeugrhythmus, eine leuchtend-plinkernde Gitarre sowie hypnotische Hintergrundgesänge Yasmine Hamdans entführen uns in das musikalische Ratso-Universum. Auch der von ihm getextete John Cale-Song „Dying On The Vine“ klingt wie ein exquisiter Leonard Cohen-Abschiedsgruß, morbide, aber edel.

Die Coverversion von Dylans „Sad Eyed Lady Of The Lowlands“

Mehr majestätisches Soundgewand als bei dem von Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellten Duett mit Nick Cave, „Our Lady Of Light“, ist nicht mehr möglich, hätte auf diversen Cave-Alben ebenfalls seinen sicheren Platz gefunden. Das mit Imani Coppola eingesungene „Carribean Sunset“ führt Ratso in die wundervolle Zwischenwelt von Songwriter-Pop und Jazz, Saxophon-Solo von Paul Shapiro inklusive. Die traumhaft schönen, orgeldominanten Balladen „Living In Moonlight“ und „Matching Scars“ (mit Country-Blues-Flair) hingegen atmen den Geist Bob Dylans. Große Songwriterkunst. Viel Drama und Art-Pop-Rock bestimmen „Listen Little Man“, während Leonard Cohens und Nick Caves Schwermut wiederum über dem Titeltrack „Stubborn Heart“ herrschen. Am Ende gibt es die ganz tiefe Dylan-Verbeugung mit einer absolut gelungenen Coverversion von „Sad Eyed Lady Of The Lowlands“. Starke Vorstellung.

„Stubborn Heart“ von Ratso erscheint am 05.04.2019 bei Lucky Number Music / Rough Trade (Beitragsbild: Albumcover).      

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