Weezer: Weezer (Black Album)

Weezer: Weezer (Black Album)

Ein eher mediokres Weezer-Album

Die Farbenlehre der amerikanischen Rock-Pop-Band Weezer geht also in die nächste Runde. Bereits nach der Veröffentlichung des „White Album“ im Jahr 2016 kündigte Sänger und Songwriter Rivers Cuomo ein „Black Album“ an, eine düstere Platte solle es werden, er wolle auch mal fluchen in seinen Texten. Doch zunächst erschien 2017 noch „Pacific Daydream“ und schließlich fand das kalifornische Quartett noch Zeit und Lust, ein Cover-Album aufzunehmen (digital ist das „Teal Album“ schon erhältlich, haptisch erscheint es am 08.03.2019). Die Weezer-Version von Totos Hit „Africa“ ging viral, war doch aber nichts anderes als ein lockerer Happen für Nerds.

Latino-Sound

Weezer Black Album Cover Atlantic Records

Prinzipiell scheint Cuomo sein Gerede von gestern auch nicht mehr zu interessieren, denn so schwarz wie einst angekündigt ist das „Black Album“ von Weezer ganz und gar nicht geworden. Ganz im Gegenteil. Ein paar Fluchworte hier und dort, ja okay, aber von Düsternis ist musikalisch weit und breit nichts zu hören. Stattdessen beginnt das Album mit den Latino-Soul-Klängen von „I Can’t Knock The Hustle“, die zwischen Jennifer Lopez und Tom Jones changieren. Der wiederholte Chorus dieses Songs, „Hasta Luego“, hat Ohrwurmcharakter, ob man nun den Latino-Sound nun mag oder nicht. Viel von den einzelnen der zehn auf dem „Black Album“ befindlichen Songs bleibt indes nicht wirklich hängen. Drumcomputer und Synthies wie in den schlimmen 80er-Jahre-Produktionen bevölkern das Album, wir haben es also häufig mit einer etwas anämischen und durchschnittlichen Angelegenheit zu tun, die im abschließenden „California Snow“ dann schlicht überproduziert ist und zu viel Bombast vorherrscht.

Die Sixties-Verweise von Weezer

Die teilweise funky Ansätze sind prinzipiell nicht verkehrt und manchmal denkt man, Rivers Cuomo versucht sich als Songwriter in der Liga von Damon Albern und Beck, die erreicht er aber mit dem „Black Album“ nicht. Allerdings schwingen sich Weezer dann doch zu dem ein oder anderen Höhepunkt auf. In „High As A Kite“ findet die Band zum Konzept der 60er. In abgeschwächter Form mag man hier die Beatles und die Beach Boys als Reverenz hinzuziehen. Auch das zum Handclapping animierende, fröhliche „The Prince Who Wanted Everything“ hat Klasse und auch den Seventies-Singalong von „Piece Of Cake“ kann man ruhigen Gewissens goutieren. Insgesamt sind jedoch zu viele mediokre Songs zu hören, so dass das „Black Album“ als eine mäßige Platte in die Weezer-Karriere eingehen wird. Und welche Farbe ist die nächste?

„Weezer (Black Album)“ von Weezer ist am 01.03.2019 bei Atlantic Records / Warner Music (Beitragsbild: Albumcover).

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