Better Oblivion Community Center

Better Oblivion Community Center

Phoebe Bridgers und Conor Oberst vereinen sich im Better Oblivion Community Center

Auch ein Songwriter-Genie wie Conor Oberst, der mit der seiner Indie-Folk-Rock-Band Bright Eyes mindestens zwei bedeutende Alben hinterlassen hat („Lifted“, „I’m Wide Awake, It’s Morning“), kann sein hohes Niveau, und da ist er seinem Kollegen Ryan Adams nicht unähnlich, nicht mit jeder neuen Platte gleich hoch halten. Zuletzt jedoch zeigte er sich sowohl auf „Ruminations“ als auch auf „Salutations“ wieder von seiner allerbesten Seite. Für sein neues Projekt Better Oblivion Community Center hat sich der 39-jährige amerikanische Musiker mit dem großen Nachwuchstalent Phoebe Bridgers verstärkt, die 2017 mit „Stranger In The Alps“ ein mehr als bemerkenswertes Debütalbum veröffentlicht hat.

Ergreifende Momente

Better Oblivion Community Center Cover Dead Oceans

Bridgers begleitete Conor Oberst bereits als Tour-Support, eine Zusammenarbeit erschien nach beider Vorleben geradezu zwangsläufig. Zu zweit lässt sich der Weltschmerz auch besser aushalten und diverse weiter Musiker wie Gitarrist Nick Zinner (Yeah Yeah Yeahs) oder die Dawes-Rhythmusgruppe (Wylie Gelber, Griffin Goldsmith) sorgen dafür,  dass das selbstbetitelte Debüt von Better Oblivion Community Center (BOCC) nicht in eine reine Duett-Veranstaltung ausartet. Aber ein auf ihre beiden Stimmen sowie dezente Akustikgitarrenbegleitung und im Hintergrund wimmernde Orgel reduzierter Song wie „Chesapeake“ gehört natürlich zu den ergreifendsten Momenten des Albums. Der Indie-Rock-Americana-Country-Folk von BOCC ist manchmal so mitreißend wie bei dem mit viel Pop-Appeal bedachten und fast schon im Classic-Rock verwurzelten „Dylan Thomas“ – hier sind Bruce Springsteen und Tom Petty nicht weit entfernt – und manchmal changiert er zwischen Euphorie und der Windschiefe der Felice Brothers („Sleepwalkin‘“).

„Better Oblivion Community Center“ macht Lust auf mehr

Und manchmal hilft nur das große Lamento über das Flüchtlings-Elend, das man im Fernsehen zu sehen bekommt und das eigene sinnlos erscheinende Leben („Didn’t Know What I Was In For“). Natürlich ist die Welt im Großen nicht zu ertragen, aber die vielen Kleinode machen das Leben liebenswert und eine Platte wie „Better Oblivion Community Center“ gehört zweifellos zu eben solchen. Phoebe Bridgers und Conor Oberst passen musikalisch hervorragend zueinander, ob mit Electro-Spielereien („Exception To The Rule“), laid-back, aber mit Nachdruck („My City“), oder in radikaler Form („Big Black Heart“). Better Oblivion Community Center ist hoffentlich mehr als nur ein Nebenprojekt, das Debütalbum macht Lust auf mehr.

„Better Oblivion Community Center“ von Better Community Center erscheint am 22.02.2019 bei Dead Oceans / Cargo Records (Beitragsbild: Albumcover).        

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