Gemma Ray live in Hamburg 2019

Gemma Ray live in Hamburg 2019

Zauberhafte Momente beim Gemma Ray-Konzert im Hamburger Nochtspeicher

Am 17.02.2019 war Gemma Ray im Hamburger Nochtspeicher zu Gast. Es war das zweite Konzert ihrer Psychogeology-Tour, die zwei Tage zuvor mit dem Album-Release-Auftritt in Berlin begann. Mit ihrer dreiköpfigen Band, bestehend aus Schlagzeuger Andrew Zammit, Lucy Underhill (Keyboard, Vocals, bekannt auch als Gris-de-Lin) und Judith Rummel (Bass) spielte die Sängerin, Songwriterin und Gitarristin im leider nur zur Hälfte besetzten Club zwischen Reeperbahn und Elbe einen fast 80-minütigen Gig, in dem die Songs ihres soeben veröffentlichten, auch bei Sounds & Books besprochenen achten Albums im Mittelpunkt standen.

Thomas Truax als Support

Den Abend eröffnete indes der amerikanische Musiker Thomas Truax, der das Publikum mit einen außergewöhnlichen Auftritt zwischen Avantgarde, Hörspiel und experimentellem Indie-Folk – und zwei selbstgebastelten Instrumenten („The Hornicator“ und „Mother Superior“) an seiner Seite – verblüffte und überzeugte. Mal eine ganz andere Art des Storytellings. Gemma Ray hat ihrem Folk-Pop-Rock-Noir-Sound auf Psychogeology noch mehr Glanz verliehen und mit einem ganzen Schwung dieser Songs konfrontierte sie das Publikum bereits zu Beginn des Konzertes. Schwanger und sitzend verbrachte sie ihr Set, erst zu den beiden letzten Zugaben („Hail Animal“ und „Flood And A Fire“) sahen die Gäste sie stehend, umhüllt von einem langen Hippie-artigen Kleid.  

Die Höhepunkte des Gemma Ray-Konzertes

Mit dem schwermütig-düsteren, schleichenden und verheißungsvollen „Land Of Make Believe“ begann Ray den Auftritt, das mit dem verwunschenen Titelsong des neuen Albums, „Psychogeology“, seine Fortsetzung fand. Harmoniegesänge von Gemma Ray und Lucy Underhill, Judith Rummels dezentes Bassspiel,  die gedämpften Drums von Andrew Zammit, das Quartett setzte die auf Platte gebannte, musikalische Landschaftspoesie live auch ohne Flöte und Saxophon greifbar und erfahrbar um. Bis auf „Summer Comes“ standen alle Songs von Psychogeology auf der Setlist. Zu den Höhepunkten des Konzertes zählten der strahlende Seventies-Pop von „Blossom Crawls“, das schwelgerischen „Dreaming is Easy“ (mit am Ende in Widerspruch zum Harmoniegesang tretenden dissonanten Gitarrenklängen), das pathetische, schmachtend-herzergreifende „In Colour“ sowie der mit Vorwärtsdrang intonierte Indie-Dark-Pop von „Death Tapes“.

Ein Supremes-Cover und Erinnerungen an Neil Young

Das The Supremes-Cover „My World Is Empty Without You“ passte thematisch zu den zumeist traurigen Liedern des neuen Albums und wurde von Gemma Ray solo an der Gitarre dekonstruiert. Erinnerte schon fast an den Neil Young-Soundtrack zu „Dead Man“. Am Ende folgten noch Songs aus den Backkatalog, darunter das mit einem charmanten Sixties-Chorus versehene „Runaway“ sowie das  groovige „Name Your Lord“. Ein souveränes, teils von zauberhaften Momenten geprägtes Gemma Ray-Konzert.

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