Tiny Ruins: Olympic Girls – Albumreview

Tiny Ruins: Olympic Girls – Albumreview

Poetischer Indie-Dream-Folk-Pop von Tiny Ruins

Die Musik von Tiny Ruins berührt zutiefst. Melancholie und Schwermut sind die bestimmenden Faktoren des von Sängerin Hollie Fullbrook im Jahre 2009 im Alleingang gegründeten Projektes. Längst ist die aus Auckland, Neuseeland, stammende Band zu einem Quartett gewachsen, neben Fullbrook gehören Bassistin Cass Basil, Schlagzeuger Alex Freer sowie Gitarrist Tom Healy, der Olympic Girls genauso wie das Vorgängerwerk „Brightly Painted One“ produzierte, zum festen Bestandteil von Tiny Ruins. Olympic Girls ist das dritte Studioalbum von Tiny Ruins und im Vergleich zum 2014 veröffentlichten zweiten Album, das innerhalb von nur drei Wochen aufgenommen worden ist, entstand der neue Longplayer über einen Zeitraum von einem Jahr.

Tiny Ruins rücken als Band zusammen

Tiny Ruins Olympic Girls Cover Marathon Artists

Elf Songs haben ihren Platz auf Olympic Girls gefunden, elf betörende Songs zwischen Indie-Folk und Dream-Pop. Klang Brightly Painted One noch wie ein Solo-Werk Hollie Fullbrooks samt dezenter Begleitung, sind Tiny Ruins auf Olympic Girls als Band zusammengerückt. Noch immer steht das filigrane und dezente Spiel im Vordergrund, doch schwebt das Quartett nun in „Holograms“ mit einem zusätzlichen, sanften Keyboard-Sound in kosmische Gefilde. Ein tänzelnder, verzückender Psychedelic-Pop-Song, samt seufzender „Ahah“-Backing-Chöre. Von vortrefflicher Anmut und Schönheit kündet das bei Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellte „How Much“, in dem die Band die perfekte Symbiose aus Mazzy Star und Laura Marling findet. Indie-Dream-Folk-Pop von höchster Qualität, der zum Träumen einlädt.

Die Laura Marling-Intensität von Tiny Ruins

In der Laura Marling-Intensität geht es mit „Sparkles“ weiter und Hollie Fullbrook kann es als Songwriterin natürlich schon lange mit ihrer von mir sehr geschätzten Kollegin aus England aufnehmen. Mit Hintergrundflöten begrüßt uns die Gruppe im titelgebenden Opener „Olympic Girls“, ein für das Album richtungsweisender Track, stehen nebst Fullbrooks bekannt wärmender Stimme die feinfühlig gespielten Instrumente hier schon im größeren Fokus – und mit mehr Freiheiten ausgestattet – als bei Brightly Painted One.

Perlen des zeitgenössischen Indie-Folk

Vom Cello, einer zarten akustischen Gitarre, Kontrabass sowie einem Glockenspiel begleitet erklingt „School Of Design“, ein unendlich trauriges und wunderschönes Lied. Die Musik von Tiny Ruins ist reinste Poesie. Das naturalistisch-verwunschene „Kore Waits In The Underground“, das zartgliedrige „Bounty“, das Film-Noir-hafte „One Million Flowers“, das schwärmerische „My Love Leda“ und das vergleichsweise muntere, vom Sixties-Pop inspirierte „Stars, False, Fading“ sind Perlen des zeitgenössischen Indie-Folk-Pop. Mit dem getragenen, sehr eleganten Psychedelic-Folk-Pop von „Cold Enough To Climb“ beenden Tiny Ruins Olympic Girls, ein Album, das die Formation nicht nur in Neuseeland zu einer der wichtigsten aktuellen Bands machen sollte.

„Olympic Girls“ von Tiny Ruins erscheint am 01.02.2019 bei Marathon Artists / Milk / AWAL. (Beitragsbild von Gérard Otremba)

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