The Jeremy Days live in Hamburg 2019

The Jeremy Days live in Hamburg 2019

Ein spektakuläres The Jeremy Days-Comeback-Konzert im Hamburger Docks

Das war doch eine überraschende wie höchst erfreuliche Nachricht, als vor einem halben Jahr ein Reunion-Konzert von The Jeremy Days bekanntgegeben worden ist. Ende 1988, also vor knapp über 30 Jahren erschien mit dem selbstbetitelten Debütalbum das bekannteste Werk der Hamburger Popband um Frontmann Dirk Darmstaedter, das mit „Brand New Toy“ auch den erfolgreichsten Hit der Band enthielt. Ein leicht verspätetes Jubiläumskonzert also, das am 18.01.2019 im Hamburger Docks stattfand. Und bis auf Bassist Christoph M. Kaiser, der von Stephan Gade ersetzt wurde, standen The Jeremy Days in Originalbesetzung auf der Bühne, also mit Sänger und Gitarrist Dirk Darmstaedter, Gitarrist Jörn-Christof Heilbut, Schlagzeuger Stefan Rager sowie Keyboarder Louis C. Oberlander.

Enthusiasmus pur

Neun Jahre und fünf Platten lang blieb die Formation, die sich u.a. von Lloyd Cole und The Smiths inspirieren ließ, zusammen, bevor sich das Quintett 1996 trennte. Ihr Markenzeichen war ein strahlender und geschmeidiger Gitarren-Pop-Sound, der auch nach so vielen Jahren nichts von seiner Catchyness eingebüßt hat. Psychedelische Rave-Einflüsse nahm die Band in ihr Soundspektrum in den 90ern ebenfalls auf und dass das alles noch immer funktioniert, davon konnten sich die Besucher im ausverkauften Docks überzeugen. Sage noch einer den Hamburgern vornehme Zurückhaltung nach. Nein, man muss lediglich 24-jahre lang ausgehungerte The Jeremy Days-Fans zu einem Reunion-konzert ihrer Lieblinge ins Docks lassen  und man erlebt Enthusiasmus pur.

Überwältigende Atmosphäre im Docks

Von Beginn an feuert das Publikum, das zumeist aus Bandanhängern der ersten Stunde besteht, das Quintett frenetisch an und man fragt sich im Verlauf des Konzertes, ob die Band die Fans im Griff hat, oder umgekehrt. Es entwickelt sich jedenfalls ein harmonisches Miteinander zwischen ekstatischen Fans und einer kultig verehrten Band, die zwei Stunden und zehn Minuten so spielt, als wäre sie nie weg gewesen. Sichtlich gerührt steht Sänger Dirk Darmstaedter bereits nach dem ersten Song („It Is The Time“) am Mikro, überwältigt von dem dankbaren Empfang und dem Gefühl, endlich wieder mit den Jungs spielen zu können.

Die The Jeremy Days-Klassiker

Es folgt eine Art Best-Of-Programm mit zahlreichen Klassikern des ersten Albums von 1988 am Anfang des Gigs. „Starting To Pretend“, „Julie Thru The Blinds“, „Are You Inventive“, „Food And Coffee“ und der Megahtit „Brand New Toy“ folgen hintereinander, dazwischen die von Darmstaedter erzählte Geschichte über ihren Auftritt in der ZDF-Hitparade 1988 und der prägenden Begegnung mit Costa Cordalis. Ein krachendes „Virginia“ folgt, ein akustisches „Sylvia Suddenly“, ein hymnisches „Under The Gun“ und bei „Rome Wasn’t Built In A Day“ erreicht die Begeisterung ihren Siedepunkt.

Vielleicht doch eine ganze Tour?

Am Ende rockt „My Man“ das Docks in Grund und Boden, bevor es mit diversen Zugaben weitergeht, u.a. mit den wunderbaren „(Chasing My) Crooked Shadow“ und „Beautiful Love“ als weiteren Konzerthöhepunkten. Längst sind die Fans völlig außer Rand und Band und Zeugen eines spektakulären Comeback-Konzertes. Und bei diesem einen Auftritt darf es doch wohl nicht bleiben. Also, die Herren. Auf zu einer Deutschland-Tour, die Fans lieben euch auch nach 24 Jahren Pause. Fotos von Gérard Otremba

Kommentare

  • Marc

    Es war ein Jahrhundertkonzert. Nichts anderes. Ich war gestern auch da, extra aus Frankfurt angereist. Und die Leute kamen von überall her (wie Dirk selber erzählte). Selbst aus Wien und Schottland. Das Konzert war so, wie der Bericht es beschreibt. Ich war im Leben bestimmt auf über 80 Konzerten, habe damals die Jeremy Days in Kiel ca. ’92 in der Traumfabrik gesehen. Auch damals ein Superkonzert. Aber wie gesagt. Von 80 Konzerten im Leben (und ich habe einiges gesehen: Sisters, Bauhaus, The Mission, Billy Idol, Tom Petty, Lords of the New Church…you name it) war dies auf jeden Fall unter den besten 5. Jetzt muss nicht nur eine Tour her, sondern auch die nächste Platte.

  • Dagmar von Renner

    Besser hätte man es nicht beschreiben können ! Überwältigend grandioses Konzert full of Love.

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