The Truffauts: Oscar – Albumreview

The Truffauts: Oscar – Albumreview

Der zeitlose Charme von The Truffauts

Über 30 Jahre haben The Truffauts dann auch schon wieder auf dem Buckel. Das Quartett aus Nürnberg, das sich nach dem berühmten französischen Regisseur benannte und deren Mitglieder auf die klangvollen Künstlernamen Jean-Jacques Boucher (Gesang, Bass), Olivier Durange (Gitarre, Gesang), Ronald Chateauroux (Gitarre, Gesang) und Jérôme Racuse (Schlagzeug) hören, frönt auch auf ihrem vierzehnten Album einem melodieseligen, sanft schrägen Indie-Pop-Rock. Ihrer frankophilen Seite lassen The Truffauts auf Oscar mit drei französischsprachigen Songs freien Lauf.

Die französischsprachigen Songs auf Oscar

The Truffauts Oscar Cover TP9 Records„Ici Et Maintenant“ ist ein mäandernder, düsterer Schleicher, eine psychedelisch verzerrte Blues-Pop-Noir-Ballade. „Scarlett“ hingegen lebt von liebreizend-melancholischen, dunklen Gitarrenlicks und einem explosiven Refrain, während „Arrêter Le Temps“ im sehnsüchtigen Sixties-French-Pop mit The Doors paktiert. Der Opener „Pluto“ bewirbt sich indes sich für den nächsten Quentin Tarantino-Film, ein quirliger, hippiesker, mit Blues-Rock-Gitarren dynamisierter, zwischen Sixties- und Eighties-Pop changierender Track. Unverkennbaren Hit-Charakter besitzt „Morocco Street“ mit den herrlich schwärmerisch-romantischen Gesangparts und den feinen Britpop-Anleihen. Aber wahrscheinlich muss die Welt eine andere und bessere werden, damit so ein wunderbarer Song größere Menschenmengen erreicht. Verdient hätte er eine höhere Aufmerksamkeit allemal. Wie das gesamte Album.

The Truffauts zwischen Brit-Pop und Dinosaur Jr.

Denn auch „The Gap Between The Lines“ ist nichts anderes als ein edler und euphorischer Brit-Pop-Smasher. Und „Music“ natürlich, dieser zwischen Dinosaur Jr., Neil Young und The Low Anthem pendelnde, mit einem himmlischen Chorus ausgestattete Wahnsinnssong. The Truffauts möchten scheinbar gleich mit mehreren Liedern in den Endjahresranglisten vertreten sein. Mit Punk-Attitüde stürmt „Black Or Blue“ voran, wohingegen „Do The Dorian“ auch den Kinks gut zu Gesicht gestanden hätte, damals 1966. Alles sehr gut geschüttelt bei den Truffauts, doch herzerweichende Balladen funktionieren nicht minder, wie das mit Michaela Ködel als Gesangspartnerin vorgetragene „Smart Liar“ als Abschlusstrack beweist. The Truffauts bewahren mit Oscar ihren zeitlosen Charme.

„Oscar“ von The Truffauts ist am 12.10.2018 bei TP9 Records erschienen (Beitragsbild: Albumcover).

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