Greta Van Fleet live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Greta Van Fleet live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Greta Van Fleet, die genialen Led Zeppelin-Epigonen lassen die Hamburger Sporthalle erbeben

Die Erwartungshaltung an Greta Van Fleet war im Vorfeld hoch. Der Hype um die junge Band aus Frankenmuth, Michigan, nahm nach dem Erscheinen ihrer ersten beiden EPs von Monat zu Monat zu. Noch vor der Veröffentlichung ihres an dieser Stelle besprochenen und bereits in den deutschen Top-Ten befindlichen Debütalbums Anthem Of The Peaceful Army waren alle drei Deutschlandkonzerte ausverkauft, der Hamburg-Gig des Quartetts musste aufgrund der hohen Nachfrage gar in die Sporthalle hochverlegt werden.

Greta Van Fleet und ihre Überväter Led Zeppelin

Am 30.10.2018 betreten die drei Brüder Joshua (Gesang), Jacob (Gitarre) und Samuel (Bass, Orgel) Kiszka sowie Schlagzeuger Daniel Wagner um circa 21.25 Uhr die Bühne der Alsterdorfer Sporthalle, beginnen mit dem psychedelisch getränkten  „Brave New World“ und sind von der ersten Minute an sehr nah dran an ihren musikalischen Übervätern Led Zeppelin. Manchen Kritikerkollegen ist der Greta Van Fleet-Sound in der Konsequenz dann doch zu nah an Led Zeppelin, aber diese Epigonenband macht das richtig gut. Einzige Manko: Das Konzert ist mit 60 Minuten viel zu kurz. Okay, es folgen noch zwei Zugaben, so dass sich die Spielzeit auf gut 75 Minuten ausdehnt. Die haben es allerdings in sich.

Der Mut zum Urschrei

Endlich wieder ein Gitarrist, der sich mit seinen Soli in Ekstase spielt. Endlich wieder ein Schlagzeuger, der sich wie das „Tier“ benimmt und auf seine Felle eindrischt. Endlich wieder ein Bassist, der groovt. Und endlich wieder ein Sänger mit dem Mut zum Urschrei. Das alles jedoch im Dienst der einzelnen Songs. Keine unnötigen Manierismen, keine Ego-Trips. Poser ja, virtuos, ja, aber nicht auf die Spitze getrieben. Blues-Rock, Hard-Rock, Psychedelic-Rock, Folk-Rock, Rock’n’Roll. Schwere Riffs, laut und infernalisch.

Eine Band in der Sturm und Drang-Phase

Und dass „Highway Tune“, „Flower Power“, „When The Curtain Falls“, „Black Smoke Rising“ und „Safari Song“ (samt Drum-Solo) so klingen wie von Led Zeppelin? Umso besser. Greta Van Fleet haben es einfach drauf. Eine sympathische Band in ihrer Sturm und Drang-Phase, die die Sehnsucht nach guter Rockmusik auch live erfüllt. Die Zukunft des Rock’n’Roll hat schon ein anderer gesehen. Wir genießen die Gegenwart. Mit Greta Van Fleet. Und einem völlig berechtigten Hype um diese Band.

Kommentare

  • <cite class="fn">Wolfgang Krause</cite>

    Fakt ist, das Konzert war total geil. Der Gitarrist ist Weltklasse.
    LED Zeppelin sind Geschichte (leider). Nur, ich kenne keinen Sänger, der so mit der Stimme in dieser Tonlage spielen kann. Die Riffs, die Soli des GItarristen, wow. Die Jungs haben puren Spaß vermittelt. Danke.
    Der Sound in der Sporthalle … Ok, der passte sich der Leistung der Band nicht an.

    • <cite class="fn">Sylvia</cite>

      Das kann ich zu 100 % so unterschreiben! Beim nächsten Konzert der Jungs möchte ich aber dann auch in der ersten Reihe stehen. Mir ist das Sitzen bei soooo genialem Sound total schwer gefallen. Aber ich muss auch zugeben, so richtig gut abgemischt war vielleicht nicht, bin da kein Profi, nur mein Gefühl/Gehör. Aber das Talent jedes Einzelnen war dadurch trotzdem nicht überhörbar! =)

  • <cite class="fn">Geil</cite>

    Das der Sound eventuell schlecht wer liegt einzig alleine an den Tontechnikern – nicht an der Sporthalle!
    Es gibt genug Konzerte mit Brillanten Sound dank guter Tontechniker in der Sporthalle! Isso…
    Davon mal abgesehen war der Sound nicht schleckt !!

  • <cite class="fn">Dirk</cite>

    Der Sound in der Alsterdorfer Sporthalle war bescheiden, stimme den anderen Kommentaren voll und ganz zu. Der Gesang ging teils völlig unter, dafür war die Band in hochform, der Drummer erinnerte mich in seiner Spielweise irgendwie an Steward Copeland von Police aus Zeiten des Rockpalasts, 60+15 min. ist dann aber doch ein wenig dünn, dafür liess man dann Goodbye June länger spielen, die ich nicht schlecht fand – Wahnsinn was da aus Amiland immer wieder rüberschwappt. Was ich überragend fand ,war das Alersspektrum des Publikums von 70 , viele alte Led Zeppelin Fans aber die Band ist gut beraten, ihren Stil selbst zu kreieren und nicht irgendwann zu stark zu kopieren, Robert Plant kann man eh nicht ersetzen und früher waren die Bands echte Autodidakten, heute ist das alles viel mehr durchgeplanbt und – gestylt

  • <cite class="fn">Felix</cite>

    Hallo aus Niedersachsen. Wir hatten uns schon nach unserem letzten Konzert in der Sporthalle geschworen, nicht mehr herzukommen. Durch die Verlegung waren wir nun doch noch mal da…und wurden wieder von einem völlig miesen Sound enttäuscht. Schade für die Band. Zum Glück waren wir am 24. März in der Markthalle Hamburg bei Greta van Fleet dabei und behalten dieses Konzert als eines der besten überhaupt (auch vom Sound) in Erinnerung. Ich kann nicht nachvollziehen, dass in der Sporthalle noch Konzerte stattfinden. Egal wer da spielt, der Sound ist grottenschlecht. Wir kommen nicht wieder!

  • <cite class="fn">Thoralf</cite>

    Hallo aus SCHWERIN,
    stimme Christian aus LÜNEBURG voll und ganz zu !
    Joshis Ausnahmestimme kam durch die Basslastigkeit kaum zur Geltung ( wo waren die Ohren der Tontechniker ??)
    Zumal die Hamburger Sporthalle zugequarzt war, was den Gesamteindruck schmälerte.
    Auf der Rückfahrt wurde erstmal die „From the Fires“-CD eingelegt, um einen positiven Ausklang zu schaffen.
    Wirklich schade für die Band!

  • <cite class="fn">Christian</cite>

    Hallo aus Lüneburg, auch mir ging es so, dass ich die Nähe zu Led Zeppelin eher gesucht habe, wie wohl viele, wenn man sich das Publikum so altersmäßig angeschaut hat. Gut so, ich hatte auch das Gefühl, ich wäre voll auf meine Kosten gekommen, wäre es nicht ein so grottenhafter Sound gewesen. Auch mehrfacher Ortswechsel, High End Musiker-Ohrstöpsel ( wobei, zu laut war´s nicht) haben nicht geholfen. Ich verstehe nicht, wie man die tolle Stimme und Gitarre durch dermaßen überzogene Bässe von Schlagzeug und Bass so kaputt machen muss. Nun ist die Sporthalle ja nicht gerade bekannt für gute Akustik, ich erinnere mich aber an Konzerte von Deep Purple oder auch seinerszeit Sting, die waren großartig. Ich bin jedenfalls nach einer guten Stunde entnervt gegangen, viel mehr gab´s ja wohl auch nicht, alles im allem sehr schade.

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