Greta Van Fleet: Anthem Of The Peaceful Army – Albumreview

Greta Van Fleet: Anthem Of The Peaceful Army – Albumreview

Ein Rock-Monolith von Greta Van Fleet

Diese Band ist jetzt schon ein Phänomen. Noch bevor das Debütalbum Anthem Of The Peaceful Army erschienen ist, musste das Hamburg-Konzert von Greta van Fleet am 30.10.2018 wegen der hohen Nachfrage in die Sporthalle verlegt werden. Dort spielen sonst Langzeitbekannte wie Nick Cave & The Bad Seeds, oder aktuell angesagte Gruppen wie Kraftklub. Der Ruf der besten Led Zeppelin-Epigonenband eilt der Rockband aus Frankenmuth, Michigan, voraus. Zwei EPs sowie der auch bei Sounds & Books als Song des Tages vorgestellte Hit „Highway Tune“ machen den Hype um die drei Brüder Joshua (Gesang), Jacob (Gitarre) und Samuel (Bass) Kiszka sowie Schlagzeuger Daniel Wagner möglich.

Greta Van Fleet auf den Pfaden von Led Zeppelin

Greta Van Fleet Anthem Of The Peaceful Army Cover Republic RecordsDie Sehnsucht nach Rockmusik ohne Firlefanz und Schnickschnack ist also nach wie ungebrochen groß (die Greta Van Fleet-Konzerte in Köln und Berlin sind bereits ausverkauft) und die jungen Herren aus den Staaten sind zweifellos die Hoffnungsträger für die Zukunft. Vor knapp 50 Jahren erschien das Debüt von Led Zeppelin und der phänomenale Siegeszug des englischen Quartetts begann. Ob Greta Van Fleet in den kommenden Jahren in ähnlicher Weise die Stadien dieser Welt rocken werden, steht noch in den Sternen, aber verdammt, sie gehören genau dort hin. Eigentlich ganz schön mutig von Guns N‘ Roses, Greta Van Fleet für ein Konzert als Support zu engagieren. Klar, Axel Rose und Slash haben die bekannteren Songs, aber nun ist die Zeit reif für die Emporkömmlinge aus dem Norden der USA, die uns mit ihrem Debüt Anthem Of The Peaceful Army in die Anfangsphase des Psychedelic-Blues-Hard-Rock katapultieren.

Geile Rocksongs

Man hört dieses Album, hat ständig die Led Zeppelin-Klassiker „Black Dog“, „Rock and Roll“ oder „Whole Lotta Love“ im Kopf und wird sofort süchtig. Ist der Opener „Age Of Man“ noch als hymnische Rock-Ballade angelegt, kracht „The Cold Wind“ in Orkanstärke über uns hernieder. So nah an Led Zeppelin wie Greta Van Fleet war noch keine Rockband in den letzten Jahrzehnten, denn ob Joshua Kiszkas Schreiambitionen, Daniel Wagners Trommelwirbeleskapaden, Jacob Kiszkas atemberaubende Gitarrenläufe und Samuel Kiszkas pumpender Bass, die vier huldigen geradezu den großen Vorbildern aus Großbritannien. Und komponieren geile Rocksongs.

Virtuos und übermütig

„When The Curtain Falls“ beispielsweise, ein mächtiges Ungeheuer, das individuelle Virtuosität mit gewaltigem Übermut paart. Oder das bluesgetränkte „Watching Over“. „Lover, Leaver“ ist nur noch ein einziger ekstatischer Rauschzustand, „Mountain Of The Sun“ monumental und mit viel Pop-Appeal versehen, „Brave New World“ der kommende Psychedelic-Blues-Rock-Klassiker und „You’re The One“, „The New Day“ und „Anthem“ die filigranen Folk-Ausflüge. Greta Van Fleet spielen, als ob sie nur dieses eine Album zu Verfügung hätten. Am Ende kulminiert alles in „Lover, Leaver (Taker, Believer)“, eine Art „Whole Lotta Love“ revisited. Nervös, überbordend, theatralisch, genial. Welch ein Rock-Monolith. Greta Van Fleet sind so aufregend, wie es Led Zeppelin früher mal waren.

„Anthem Of The Peaceful Army“ von Greta Van Fleet erscheint am 19.10.2018 bei Republic Records / Universal Music (Beitragsbild: Albumcover).

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