Jean-Michel Jarre: Planet Jarre – 50 Years Of Music

Jean-Michel Jarre: Planet Jarre – 50 Years Of Music

41 Tracks aus 50 Jahren elektronischer Musik von Jean-Michel Jarre

Jean-Michel Jarre ist vor wenigen Wochen 70 Jahre alt geworden, sieht allerdings wie jugendliche 50 aus und genau diesen Zeitraum deckt Planet Jarre ab, die nun erscheinende Zusammenfassung des Schaffens des Meisters der elektronischen Musik.  Eine Art Best-Of, jedoch seien auf Planet Jarre nun nicht einfach seine Lieblingssongs versammelt, erklärte Jarre während einer exklusiven Experience-Show im Hamburger Planetarium, sondern er habe eine neue, passende Anordnung für diese Compilation gewählt. So ist Planet Jarre (Doppel-CD, 4LP) in vier Abschnitte gegliedert („Soundscapes“, „Themes“, „Sequences“, „Exploration & Early Works“), deren Titel für die jeweilige Songauswahl maßstäblich bestimmend sind.

Jean-Michel Jarres Durchbruch mit Oxygene

Jean-Michel Jarre Planet Jarre Cover Sony MusicBerühmt wurde Jean-Michel Jarre mit seinen beiden bahnbrechenden Alben der 70er-Jahre, Oxygene (1976) und Equinoxe (1978), deren sphärischer New Age-Ambient-Sound zu (gedanklichen) Reisen ins Universum einlud, ein Sound zwischen Experiment und Pop. Es war der Electro-Space-Sound schlechthin, den die 70er zu bieten hatten. Wenige Jahre später ergänzte Jarre seinen Klang um mehr Beats und Computertechnologie („Zoolookologie“, „Revolutions“) und war New Order und Depeche Mode näher als seinen vorherigen Trips ins All. In den 90ern ließ er sich ein wenig vom Euro-Trash-Pop verführen („Chronology 4“, „Oxygene 8“), später verirrte er sich in Techno-Kreisen („Exit“). Häufig müssen Elektro-Bands der 70er-Jahre wie Kraftwerk und Tangerine Dream als Pioniere des Techno herhalten, aber vielleicht übertreiben da manche auch. Jean-Michel Jarre gilt da einigen sicherlich ebenfalls als Vorreiter, doch liegen seine Raum-Zeit-Exkurse aus den frühen Jahren meilenweit weg vom Techno-Beat.

Die frühe Phase von Jean-Michel Jarre

Und noch weiter weg von stumpfen Beats war Jarre zwischen 1968 und 1973. Aus dieser Zeitspanne haben es sechs Tracks auf Planet Jarre geschafft, darunter seine erste skurrile Eigenkomposition „Happiness Is A Sad Song“. Aus dem Umfeld des Musique concrète-Zirkels um Pierre Schaeffer entstanden und alles andere als ein leicht zugänglicher Hippie-Song (wie es der Titel vermuten ließe). Was bleibt, sind Jean-Michel Jarres unverwechselbare Sphären-Sounds der 70er, deren Faszination auch in einer Nu-Anordnung nicht verloren geht. Und im November ist die Veröffentlichung des zweiten Teils von Equinoxe geplant.

„Planet Jarre“ von Jean-Michel Jarre erscheint am 14.09.2018 bei Sony Music (Beitragsbild: Pressefoto, Credit: EDDA).

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