The Goon Sax: We’re Not Talking – Albumreview

The Goon Sax: We’re Not Talking – Albumreview

Öffnet die Herzen für The Goon Sax

Sie sind ja immer noch so jung. Als vor zwei Jahren das The Goon Sax-Debütalbum Up To Anything erschien, waren James Harrison, Louis Forster (genau, der Sohn des legendären The Go-Betweens-Mitbegründers Robert Forster) und Riley Jones gerade mal süße 17.  Nun, mit der Veröffentlichung des Nachfolgers We’re Not Talking steckt das Trio immer noch im Teenageralter, aber den Schulabschluss haben sie jetzt in der Tasche und anschließend flogen sie für die Aufnahmen des Zweitwerks von Brisbane nach Melbourne um dort mit James Cecil und Cameron Bird (Architecture In Helsinki) die neuen Songs aufzunehmen.

The Goon Sax zwischen The Go-Betweens und Belle & Sebastian

The Goon Sax We're Not Talking Cover Wichita RecordingsDas Spektrum ihres New Wave angehauchten Indie-Pop erweitern The Goon Sax um Geigen, Hörner und Kastagnetten und klingen wie ein konzise Mischung aus The Go-Betweens und Belle & Sebastian. Zwölf Songs sind auf We’re Not Talking vertreten, davon zwei einminütige Kurzvignetten, die zehn Hauptsongs sind alle radiotauglich zwischen zwei und drei Minuten gehalten. Riley, Forster und Harrison singen mittlerweile von eigenen Schwächen sowie den Zweifeln und dunklen Seiten von Beziehungen. Das Album beginnt mit dem eleganten wie schwungvollen, bei Sounds & Books als Song des Tages vorgestellten „Make Time 4 Love“, bevor das melancholisch-romantische Schwelgen im Refrain von „Love Lost“ pathetische Charakterzüge erhält.

The Goon Sax erobern das Herz im Sturm

The Goon Sax  peitschen im Galopp durch das getriebene „She Knows“, zeigen sich von der verträumt-verspielten Seite beim Indie-Electro-Pop von „Losing Myself“ und voll von zartem Liebreiz in „Strange Light“. Und dann immer wieder diese zauberhaften Indie-Pop-Melodien und Duette in „Sleep EZ“, „We Can’t Win“ und  „Till The End“. Das ist die ganz hohe Go-Betweens-Schule, die im dringlichen wie lässigen „A Few Times Too Many“ ebenfalls als Referenz herhalten darf. Man muss schon viel Ignoranz an den Tag legen, um sich nicht in das ausgelassene „Get Out“ und die vielen anderen herrlichen Melodien zu verlieben. Mein Herz haben The Goon Sax mit „We’re Not Talking“ im Sturm erobert. Öffnen Sie auch Ihre Herzen für die australische Band, Sie werden es nicht bereuen.

„We’re Not Talking“ von The Goon Sax erscheint am 14.09.2018 bei Wichita Recordings / PIAS (Beitragsbild: Pressefoto).

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