Mine live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Mine live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Ein mitreißendes Konzert-Konzentrat von Mine

Wer häufig auf Konzerte geht, ist eine gewisse Grundlänge gewohnt. Wie beim Fußball gelten 90 Minuten in den meisten Fällen als goldenes Maß und was davon deutlich abweicht, fällt auf. Man freut sich über richtig lange Konzerte und rümpft bei zu schneller Bühnenflucht die Nase. Mines Auftritt im Sommer-in-Altona-Zelt am 29.08.2018 dauerte nicht einmal eine Stunde und war doch kilometerweit von einer Bühnenflucht entfernt. Sie durfte wegen der Nachbarn nicht länger spielen und hat so einfach alles in diese Stunde reingelegt. Es war eine Stunde Vollgas in der brütenden Zelthitze. Ein Abend, so intensiv, als hätte man Stunden getanzt und gehe nun glücklich und pitschnass nach Hause.

Support-Act Klan euphorisiert

Gut, an der Hitze im Konzertzelt war nicht nur Mine Schuld. Während draußen der Sommer mit knapp über zwanzig Grad sein letztes Aufbäumen zeigte, heizten Scheinwerfer und Menschen das Zelt dermaßen auf, dass allen Beteiligten schon nach Minuten der Schweiß von der Stirn floss. Für das Publikum kein Grund zu schlechter Laune. Schon der Vor-Act Klan wurde mit solch einem euphorischen Applaus verabschiedet, dass man sich fragte, wie das für Mine noch gesteigert werden könnte. Es ließ sich steigern.

Zehn vor Neun betraten Mine und ihre Band die Bühne und das Publikum war direkt überschwänglich begeistert. Zurecht! Die MusikerInnen wussten auf vielen Ebenen zu beeindrucken. Jedes Stück brachte eine neue musikalische Note mit – seien es Geigensoli, ein Omnichord, Samples, mehrstimmige Chöre oder Synthie-Klänge. Zur richtigen Herausforderung wurde bei dem enthusiastischen Publikum der Einsatz der Loop-Station. In dem engen Zirkuszelt nahm das Gerät auch die Schreie und Gesänge aus dem Publikum mit. Lächelnd musste Mine nach dem ersten Versuch ihr Publikum charmant in die Schranken weisen („Ich muss jetzt mal loopen. Ihr müsst kurz die Fresse halten!“), dann lief auch dieses musikalische Kunststück.

Mine mit Flow

Übel nehmen konnte man dem Publikum die laute Begeisterung nicht. Von der instrumentalen Vielfalt bis zu Mines Tanzeinlagen war das Konzert absolut mitreißend. Besonders laut wurde es bei den Rap-Parts. Da Fatoni aktuell irgendwo anders in Deutschland tourt, übernahm Mine für „Ziehst Du Mit“ seinen Part einfach selbst. Für den Collabo-Song „Mon Coeur“ durfte dann die Schlagzeugerin Philo rappen. Ebenfalls so on point, dass man den Rapper in keiner Sekunde vermisste. Flow haben sowohl Philo als auch Mine!

Klar hätte das Publikum gerne noch länger gelauscht und gefeiert – manchmal ist es aber gerade die Intensität, die am Ende hängen bleibt. Eine Stunde, in der Mine ihre ganze Bandbreite gezeigt und ausgelebt hat. Es wurde getanzt, andächtig dem bewegenden neuen Song an ihre verstorbene Mutter gelauscht und lauthals mitgesungen. Manchmal reicht eine Stunde für einen besonderen Abend. (Beitragsbild. Pressefoto by Kingstar GmbH)

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