Mikaela Davis: Delivery – Album Review

Mikaela Davis: Delivery – Album Review

Ein Debütalbum, das mächtig viel Eindruck hinterlässt

Delivery, das Debütalbum von Mikaela Davis, lässt keine Wünsche offen. Die Mittzwanzigerin aus Rochester, New York, überzeugt mit einem vielschichtigen Werk, das sie als talentierte Songwriterin ausweist, als eine Hoffnungsträgerin der Musikgilde. Mikaela Davis träumte einst davon, einem Symphonieorchester beizutreten und studierte zunächst klassische Harfe am Musikkonservatorium, bevor sie anfing, eigene Songs zu schreiben und diese in den Semesterferien konzertant aufzuführen. Nach einem kurzen Intermezzo in Brooklyn, kehrte Davis nach Rochester zurück, wo sie in einer Künstlergemeinschaft das richtige Umfeld für ihre musikalischen Inspirationen fand.

Mikaela Davis Delivery Albumcover Rounder RecordsDas von Grammy-Gewinner John Congleton (St. Vincent, Angel Olsen, Alvvays) produzierte Album enthält zehn Tracks, die auf zahlreiche Genres verweisen, die sich Davies einverleibt und zu neuem Leben erweckt. Neben der Harfe spielt Mikaela Davis noch Piano und mit diesem Instrument beginnt der titelgebende Opener „Delivery“, der sich nachfolgend zu einem mächtigen und erhabenen Country-Rock-Song entwickelt, mit aufgedrehten, fuzzy Gitarrenakkorden, blues-soul- und gospelgetränkt, eine 70er-Songwriter-Perle im Hier und Jetzt. Das funky „Get Gone“ groovt geschmeidig und gefährlich, von Alex Coté (Schlagzeug, Percussion, Gitarre) und Shane McCarthy (Bass) wirkungsvoll in Szene gesetzt.

Mit einem lieblichen Harfenspiel sowie Davis‘ sehnsüchtiger Stimme startet „A Letter That I’ll Never Send“, das sich im Refrain mit Aplomb von seiner bombastischen Seite zeigt. „In My Groove“ ist eine beseelte Seventies-Ballade, bekommt Christine McVie mit Fleetwood Mac auch nicht besser hin. Der puristische Harfen-Folk in „Emily“ (von Alex Coté geschrieben, von The Staves gesanglich begleitet) berührt tief, während „Do You Wanna Be Mine?“ als fluffiger und strahlender 80er-Pop daherkommt. Die Harfenverzauberung funktioniert so gut wie bei Joanna Newsom (wenngleich nicht permanent zur Schau gestellt), jedoch ist Davis‘ Gesang wesentlich angenehmer zu hören.

In „Little Bird“ geht es passagenweise gar ekstatisch, wüst und experimentell zu, am Ende indes behält das Melodiöse die Oberhand. „Other Lover“ stünde sicherlich auch Kate Bush gut zu Gesicht, ein weiterer großer Moment des Albums, der das ungeheure Potential von Mikaela Davis offenlegt. Eine traumhaft sichere Ballade beschert sie uns noch  mit „All I Do Is Disappear“ und im abschließenden „Pure Divine Love“ reist Davis in psychedelisch-kosmische Gefilde. Delivery ist die Geburtsstunde einer hoffnungsvollen Songwriterin, der die Zukunft gehört. Und die Zukunft beginnt jetzt.

„Delivery“ von Mikaela Davis erscheint am 13.07.2018 bei Rounder Records / Universal Music (Beitragsbild: Mikaela Davis by Jacalyn Meyvis).

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