RVG: A Quality Of Mercy – Album Review

RVG: A Quality Of Mercy – Album Review

Kultiges Indie-Pop-Post-Punk-Album des australischen Quartetts RVG

Im heimatlichen Australien bereits im Jahre 2017 erschienen, ist A Quality Of Mercy, das Debütalbum von RVG, nun auch in unseren Gefilden offiziell erhältlich. Einst nach ihrer Sängerin Romy Vager Group benannt, hat sich die Melbourner Formation entschlossen, fortan unter dem Kürzel RVG aufzutreten. Vielleicht weckte der ursprüngliche Name zu viele Assoziationen mit der Patti Smith Group, kein allzu abwegiger Gedanke, schließlich erinnert auch das durchaus männlich angehauchte Timbre Vagers phasenweise an ihre amerikanische Kollegin und Stilikone. Romy Vagers Stimme erinnert ebenfalls an Go Betweens-Sänger Roberts Forster, womit wir uns weiter der musikalischen Ausrichtung von RVG nähern.

RVG A Quality Of Mercy Albumcover Fat Possum RecordsDas Quartett vereint auf A Quality Of Mercy sowohl die dunklen Postpunk-New-Wave-Attribute der späten 70er als auch die strahlenden Gitarren-Indie-Pop-Spitzen der 80er. Die acht Songs von A Quality Of Mercy nahmen RVG live im Melbourner Pub „The Tote“ auf und leider ist das Vergnügen nach ein knappen halben Stunde wieder vorbei, doch bis dahin stellen RVG Fans von Joy Division (ansatzweise), Echo And The Bunnymen (öfter), The Go-Betweens (häufig) und eben auch Patti Smith (immer gegenwärtig) mehr als zufrieden. In „Cause And Effect“ schielen Romy Vager und ihre drei Begleitmusiker an Gitarre, Bass und Schlagzeug auch in Richtung Britpop zu Suede. Ein Song mit Indie-Hit-Potential, das bei „Heart Paste“ noch besser zur Geltung kommt, das beschwingt und euphorisch im Gitarren-Indie-Pop-Taumel der Marke The Go-Betweens aufgeht.

Vagers ausdrucksstarke Stimme sowie sanft verhallte Gitarren sind prägende Merkmale des RVG-Sounds, der in „Vincent Van Gogh“ an Dringlichkeit und Catchyness nicht zu überbieten ist. Einer dieser Songs, den The Go-Betweens Mitte der 80er nicht besser hinbekommen hätten. Auch „Feral Beach“ glänzt mit jenen legeren und verführerischen Gitarrenakkorden, während das abschließende „That’s All“ wie eine Patti Smith-Klage klingt und der albumtitelgebende Opener zwischen Velvet Underground und Joy Division changiert. A Quality Of Mercy von RVG ist ein Album, das Kult-Qualität besitzt.

„A Quality Of Mercy“ von RVG ist am 06.07.2018 bei Fat Possum Records / The Orchard erschienen (Beitragsbild: RVG by Ian Laidlaw).

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