Simon Love: Sincerely, S. Love x – Album Review

Simon Love: Sincerely, S. Love x – Album Review

Herzensgute Musik aus dem Goldenen Zeitalter des Pop

Ja, es gibt sie noch, die großen Pop-Schwärmer. Simon Love ist einer von ihnen. Der Ex-Sänger von The Loves hat für Sincerely, S. Love x, seinem zweiten Solo-Album nach It Seemed Like A Good Idea At The Time von 2015, gleich zehn Pop-Perlen aufgenommen, die in das Goldene Zeitalter der Popmusik weisen. Das waren natürlich die Sixties und Seventies und auf Bands und Künstler wie die Beatles, Beach Boys, Kinks, ELO, Elton John oder Phil Spector bezieht sich Simon Love. Auf Sincerely, S. Love x greift Love die wunderbaren Melodien besagter Musiker auf und überzieht sie mit einem charmanten Indie-Guss, samt Orgel, Streicher und Bläser.

Simon Love Sincerely S. Love x Albumcover Tapete RecordsSo liebevoll die Songs arrangiert sind, so viel Liebe bringt Simon Love mit. Für uns alle, für seine Frau („God Bless The Dick Who Let You Go“, „I Fucking Love You“), für sich selbst („The Ballad Of Simon Love“) sowie für Joey Ramone. Im gleichnamigen Song treffen die popverliebten Ramones auf den romantischen Bruce Springsteen sowie auf den bezaubernden Girl-Pop der Shangri-Las. Ein Song, der in jeder guten Jahresliste auftauchen sollte. Als diese Art der Musik en vogue war, hatte der Pop seine Unschuld noch nicht verloren. Viel mehr Beatles-Grandezza (circa die Zeit von 1967/68) als in „Stephen Timothy West“ geht nicht und wenn dann Bläserfanfaren das euphorisch-fröhliche „I Fucking Love You“ anstimmen (das am Ende zu einer Gala-Vorstellung von elegantem Pop mündet), ist man endgültig hin. Hin vor Begeisterung für dieses viel zu kurze Album, das einzig Nachteilige, das man über Sincerely, S. Love x sagen kann.

Kurz, aber mit so unfassbar viel Liebreiz dargeboten, dass einem das Herz aufgeht. Ob beim feierlichen Opener „God Bless The Dick Who Let You Go“, beim hinreißend sehnsüchtigen „Tennis Fan“ oder beim Swinging-London-Rummelplatz-Pop von „Golden Boy“, man hat nach dem Gehörten das dringende Bedürfnis, alle Menschen zu umarmen. Vielleicht ist diese Musik zu gut für diese Welt, aber wie sollte man einer so anmutigen Melodie und dem Soul von „(Why’d You Get That) Tattoo, Girl?“ nicht widerstehen? Oder der Uptempo-Nummer „Not If I See You First“? Dieses Album ist und schenkt Liebe. Ein überaus lohnenswertes Album, das unbedingt gekauft werden sollte: „Bitte kauft das Album und streamt es nicht: Mein Sohn frisst mir die Haare vom Kopf und braucht neue Schuhe. Sincerely, Simon Love“, meint der Waliser dazu selbst. Sie werden es nicht bereuen und diese Platte lieben.

„Sincerely, S. Love x“ von Simon Love erscheint am 06.07.2018 bei Tapete Records (Beitragsbild: Simon Love by Rose Stone).

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