Niedeckens BAP live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Niedeckens BAP live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Über drei Stunden BAP satt im Hamburger Stadtpark

Schon wieder sind zwei Jahre seit dem letzten Hamburger BAP-Konzert vergangen. 2016 gastierte die Kölner Band während ihrer damaligen Lebenslänglich- und Jubiläums-Tour im CCH (Sounds & Books berichtete), diesmal traten BAP auf dem Open-Air-Gelände des Hamburger Stadtparks auf. Eine gute Wahl der Location, eingedenk der immer noch vorherrschenden, sommerlichen Temperaturen in der schönsten Stadt an der Elbe. Einst übersetzte Frontmann Wolfgang Niedecken (in der Zwischenzeit einzig übriggebliebenes Bandgründungsmitglied) den Eddie Cochran-Klassiker „Summetime Blues“ in „Wo mer endlich Sommer hann“, ein besseres BAP-Motto könnte es für den herrlich warmen Abend kaum geben.

BAP beginnen mit „Drei Wünsch frei“ und „Waschsalon“

Den Song spielen BAP, diesmal um eine Bläsersektion erweitert, zwar nicht, aber natürlich stehen noch genügend alte BAP-Klassiker auf der Setlist. Konnten sich die Besucher vor zwei Jahren noch gemütlich in die CCH-Sitze zurücklehnen, heißt es am 09.06.2018 stehen, und zwar lange. Denn ein BAP-Konzert dauert immer noch über drei Stunden und weil im Stadtpark spätestens um 22 Uhr Feierabend ist, beginnt die Show bereits um 18.40 Uhr. Und sie beginnt mit „Drei Wünsch frei“ und „Waschsalon“ ähnlich spektakulär wie vor zwei Jahren, als BAP mit „Frau, ich freu mich“ und „Ne schöne Jrooß“ eröffneten. Weitere Evergreens präsentieren BAP in zwei Dreier-Packs.

BAP-Klassiker im Dreier-Pack

Zunächst „Bahnhofskino“ (samt viel Drama), „Jupp“ (Gänsehaut bei 28 Grad im Schatten) und „Frau, ich freu mich“ (mächtig von den Fans bejubelt), später noch „Do kanns zaubere“, „Ne schöne Jrooß“ und „Nemm mich met“, das auf der letzten Tour nicht auf dem Programm stand. Umso größer die Wiederhörensfreude. „Do kanns zaubere“ gehört zwar in den akustischen Teil des BAP-Auftritts, man erinnert sich an den „Liebeslieder im Sitzen“-Teil vom CCH, von Wolfgang Niedecken ins Jahr 2018 übernommen („Es hat sich bewährt“), aber in der Setlist-Reihenfolge eine geniale Idee. Dazwischen und danach noch mehr unverwüstliche Hits mit „Anna“ (im Akustik-Set) und „Kristallnaach“, aber auch Wiederzuentdeckendes wie „Diss Naach ess alles drin“ und „Songs sinn Dräume“.

„Vardamp lang her“ und „Jraaduss“ zum Schluss

Niedeckens erzählte Familiengeschichten runden den Auftritt ab, der mit „Absurdistan“ und „Vision von Europa“ („Ein Lied über Würde, Anstand und Respekt“)  noch zwei Höhepunkte aus der jüngeren BAP-Zeit (Album Lebenslänglich) bereit hält. Die „Ruut-wieß-blau querjestriefte Frau“ graben BAP lustigerweise auch noch aus und mit zwei ihrer besten Songs, den stürmisch beklatschten „Verdamp lang her“ und „Jraaduss“, beenden BAP nach drei Stunden und zehn Minuten das Konzert im Hamburger Stadtpark. „Es war uns eins Fest“, meinte Wolfgang Niedecken zum Abschied. Uns auch, Wolfgang, uns auch. Bess demnähx, wieder irgendwo in Hamburg.

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