Jonathan Bree: Sleepwalking – Album Review

Jonathan Bree: Sleepwalking – Album Review

Eine kleine Nachtmusik mit Jonathan Bree

Mit den Brunettes feierte Jonathan Bree kleine Achtungserfolge. Seit 2013 geht der Neuseeländer eigene Wege und konnte mit „The Primrose Path“ und „A Little Night Music“ bereits überzeugen. Seinen größten Erfolg aber feierte Bree mit dem Vorabsong zum vorliegenden dritten Album: Das Video zu „You’re So Cool“, einem 60s-Pop-Song wurde- Stand heute – bereits über 3,5 Millionen Mal geklickt.

Jonathan Bree Sleepwalking AlbumcoverErstaunlich eigentlich, denn Brees Musik ist nicht auf Anhieb gefällig. Mit lakonischem Bariton singt Bree über Kontrollverlust, Drogenrausch und Eifersucht. Musikalisch verarbeitet er Elemente aus Kammerpop, französischem Pop und Exotica mit Ballettmusik à la Tschaikowsky und Bela Bartok. Die Stücke wiegen einen in Sicherheit, überraschen dann aber mit abwegigen Brücken und instrumentalen Finessen mit Streichern, Glockenspiel, Hörnern oder Sopranchören. Vor allem im Zusammenspiel mit der Stimme von Princess Chelsea erinnert Brees Gesang an Lee Hazlewood. Nicht die schlechteste Referenz.

„Sleepwalking“ ist als Titel perfekt gewählt. Denn die Stücke auf dieser Platte klingen wie im Schlaf gespielt, von der Dunkelheit verzerrt. Anspieltipps sind das märchenhafte „Valentine“, das düstere Titelstück sowie das New Wave-beeinflusste „Fuck It“.  Ganz am Ende gibt es „Say You Love Me Too“ – ein Duett mit der katalanischen Musikerin Clara Vinals. Hier klingt seine Stimme wie die von Badly Drawn Boy. Die flimmernde Orgel im Hintergrund erinnert an Geschichten aus Transsylvanien. Ein seltsam entrücktes Album, dessen Faszination bis zum letzten Ton anhält.

„Sleepwalking“ von Jonathan Bree erscheint am 08.06.2018 bei Lil‘ Chief / Cargo Records (Beitragsbild: Albumcover).

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