Laura Carbone: Empty Sea – Album Review

Laura Carbone: Empty Sea – Album Review

Mächtiger Dark-Rock und lieblicher Indie-Pop von Laura Carbone

Laura Carbone litt an Schreiblockaden. Die 1986 in Sinsheim geborene deutsch-italienische Songwriterin zog sich nach Los Angeles zurück, um dort die Songs für das neue Album Empty Sea zu schreiben. „Es gab Momente in denen ich wirklich an mir selbst gezweifelt habe, da ich mit einige Blockaden zu kämpfen hatte. Mich zum Schreiben nach LA zurückzuziehen, gab mir letztendlich den Mut dieses Album fertigzustellen.“ Inspiration fand Laura Carbone im Gebrüder Grimm-Märchen „Die wahre Braut“, in dem eine entführte Prinzessin einen See mit einem durchlöcherten Löffel leeren muss.

Laura Carbone Empty Sea Albumcover Duchess Box Records„Die Berührung mit diesen überwältigenden Zweifeln hat mich an das Mädchen mit dem durchlöcherten Löffel denken lassen.“ Aufgenommen hat Carbone die neuen Songs in den Mannheimer RAMA-Studios von Christian Betghe,  neun davon haben es letztendlich auf Empty Sea, dem Nachfolger von Sirens (2015) geschafft, neun Songs, die zwischen dunklem Indie-Rock und bittersüßem Indie-Pop changieren. Der Opener „Grace“ schaukelt sich langsam von sanften Gewässern hoch auf die stürmische See. Nach bedächtig-versponnen Beginn stürzt sich Carbone am Ende in eine erste Noise-Orgie, Nick Cave And The Bad Seeds und PJ Harvey lassen grüßen. „Cellophane Skin“ dann eine krachende Hommage an die Frühwerke PJ Harveys, düsterer und verzerrter Undergroundrock. Schwermütig hängt der Titelsong „Empty Sea“ in dunklen Wolken fest, während „Nightride“ die Finsternis kurzfristig mit der nächsten Noise-Attacke verdrängt.

Ein liebliches Glockenspiel begleitet die ruhigen Passagen von „Old Leaves Shiver“, doch behält ein treibender Düsterrock letztendlich die Oberhand. Anschließend stürzt sich Laura Carbone in einen zweiminütigen Post-Punk-Sturm-Getümmel („Crisis“), bevor sie bei „Tangerine Tree“ die Harmonie entdeckt und den Indie-Dream-Pop in neue sehnsüchtig-melancholische Dimensionen schickt. Anmutig und wunderschön. „Whos Gonna Save You“ indes verstörend, alptraumhaft, am Ende auch wieder mächtig und gewaltig, während das bei Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellte, die Nähe von Mazzy Star suchende „Lullaby“ dieses hervorragend ausbalancierte Dark-Pop-Rock-Album beendet. Empty Sea hat das Zeug zum Durchbruch für Laura Carbone.

„Empty Sea“ von Laura Carbone erscheint am 01.06.2018 bei Duchess Box Records / Redeye Worldwide (Beitragsbild: Laura Carbone, Pressefoto).

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.