John Mellencamp: Plain Spoken: From The Chicago Theatre – Album Review

John Mellencamp: Plain Spoken: From The Chicago Theatre – Album Review

Essentielles John Mellencamp-Live-Album in visueller und akustischer Version

John Mellencamp ist ein Spätberufener. Erst mit Mitte Zwanzig machte sich der 1951 geborene Songwriter sich auf den Weg von Indiana nach new York, um Musiker zu werden, sein Durchbruch in den Staaten folgte zu Beginn der 80er, als er mit der Single „Jack & Diane“ sowie dem dazugehörigen Album American Fool an die Spitze der US-Charts stürmte. Seitdem liefert John Mellencamp, der zu Beginn seiner Karriere von seinem Entdecker Tony DeFries in Cougar umbenannt wurde und einige Zeit lang als John Cougar Mellencamp in Erscheinung trat, in den USA regelmäßig Top-20- und Top-10-Alben ab, Erfolge, die ihm in anderen Ländern in dieser Form verwehrt blieben.

John Mellencamp Plain Spoken From The Chicago Theatre CoverImmerhin zogen ein paar Länder in Europa in den 80ern nach, schwer in Erinnerung der eigenen musikalischen Sozialisation bleiben Scarecrow von 1985 und natürlich das heißgeliebte Album The Lonesome Jubilee zwei Jahre später, als Mellencamp seinem Rock’n’Roll mit Akkordeon und Fiddle einen Folk-Anstrich verpasste und mit „Check It Out“ sowie „Cherry Bomb“ zwei all time favourites schrieb. Songs, an denen John Mellencamp auch dreißig Jahre später nicht vorbeikommt. Beide Klassiker befinden sich denn auch auf Plain Spoken: From The Chicago Theatre, dem neuen Live-Album Mellencamps, das während eines Konzertes im Oktober 2016 mitgeschnitten worden ist. Vor zehn Jahren ist John Mellencamp in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden, dieses Jahr wird er in die Songwriters Hall of Fame eingeführt. Und warum die Ehrungen zu Recht erfolgen, lässt sich auf Plain Spoken: From The Chicago Theatre rekapitulieren.

Mit seiner hervorragend harmonierenden, sechsköpfigen Band, bestehend aus Mike Wanchic (Gitarre), Andy York (Gitarre), John Gunnell (Bass), Dane Clark (Schlagzeug), Troye Kinnett (Keyboard, Akkordeon, Harmonic) und Miriam Sturm (Fiddle), verzückt Mellencamp, stimmlich noch etwas dunkler und angerauter als früher, seine Fans in Chicago mit einem mitreißenden Auftritt. Sechzehn Songs aus über dreißig Jahren sind auf dem Live-Album zu hören, von Hits wie „Small Town“, „Pop Singer“, „Authority Song“ und „Pink Houses“ aus der Durchbruchsphase, über das ruhige „Longest Days“, bis hin zu dem Tom Waits-haften „The Full Catastrophe“ und „My Soul’s Got Wings“ vom letzten Longplayer Sad Clowns And Hillbillies aus dem Jahre 2017.

Der „kleine Bruder“ Bruce Springsteens hat es auf der Bühne immer noch drauf, verzichtet seit einem Herzinfarkt allerdings auf ausufernd lange Shows. Plain Spoken: From The Chicago Theatre sollte man sich aber auf keinen Fall entgehen lassen. Das Album erscheint im Doppelpack als DVD / Blu-ray samt CD. In der Konzertfilm-Doku-Version hat man die Möglichkeit, Mellencamps autobiographische Geschichten zu lauschen, im Booklet diese zu lesen. Alles in allem eine essentielle du packende John Mellencamp-Veröffentlichung.

„Plain Spoken: From The Chicago Theatre“ von John Mellencamp erscheint am 11.05.2018 als DVD / Blue-ray + CD und digital bei Eagle Rock Entertainment / Universal Music (Beitragsbild: Albumcover).

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