Van Morrison And Joey DeFrancesco: You’re Driving Me Crazy – Album Review

Van Morrison And Joey DeFrancesco: You’re Driving Me Crazy – Album Review

Van Morrison bleibt in Spiellaune: Drittes Album in sieben Monaten

Und schon wieder ein neues Van Morrison-Album. Der 72-jährige Nordire will es nochmal richtig wissen und veröffentlicht mit You’re Driving Me Crazy sein drittes Studioalbum innerhalb von sieben Monaten. Ähnlich wie sein Kollege Bob Dylan, der innerhalb von zweieinhalb Jahren drei Alben (darunter mit „Triplicate“ ein Dreifachalbum) mit Coverversionen aus dem Great American Songbook einspielte, wendet sich Van Morrison der Interpretation alter Jazzstandards, Bluessongs und Eigenkompositionen zu.

Van Morrison Joey DeFrancesco You're Driving Me Crazy AlbumcoverEin paar neue Songs gab es auf dem hervorragenden Roll With The Punches Ende September 2017 zu hören, danach folgte im Dezember das nicht minder starke Versatile und nun erscheint mit You’re Driving Me Crazy die wohl interessanteste Platte dieses Morrison-Triple. Für die Aufnahmen der fünfzehn Songs des neuen Albums lud Van Morrison den Jazz-Organisten und Trompeter Joey DeFrancesco, den Gitarristen Dan Wilson, Schlagzeuger Michael Ode und den Tenorsaxophonisten Troy Roberts ein. Der 1971 geborene Joey DeFrancesco trat bereits mit Miles Davis und John McLaughlin auf, sorgte als Bandleader für ein Comeback der Hammond-Orgel in der Jazzmusik und verleiht dem Album mit seinem edlen Spiel sowie seiner Improvisationslust das gewisse Etwas. Die versierten Musiker sind die perfekte Basis für Morrisons gewohnt pointierten Gesang, der sich nie mehr in den Vordergrund stellt als nötig.

DeFrancesco, Wilson, Ode und Roberts genießen viel Freiraum, den sie weidlich nutzen, wie in „Everyday I Have The Blues“, oder „Have I Told You Lately“ (mit Shana Morrison an den Backing Vocals). Dieser Titel sowie andere Morrison-Songs wie „The Way Young Lovers Do“, „All Saints Day“, „Close Enough For Jazz“, „Goldfish Bowl“, „Evening Shadows und „Magic Time“ erfahren teils radikale, aber immer formidable Überarbeitungen. Zu weiteren Highlights zählen das elegisch-melancholische „Miss Otis Regrets“ (Cole Porter), das die Einsamkeit evozierende „Travellin‘ Light“ (John Mercer, James Mundy, James Young) sowie der trickreiche Titeltrack „You’re Driving Me Crazy“ (Walter Donaldson), mit einem lachenden Van Morrison am Mikro. Viel Spaß also hatten Morrison und Co. bei den Sessions, ihre Musik ist das grandiose Transportmittel dieser (Spiel)Freude. Man kann sich nicht satt hören an Van Morrisons Interpretationen.

„You’re Driving Me Crazy“ von Van Morrison And Joey DeFrancesco erscheint am 27.04.2018 bei Exile / Legacy / Sony Music (Beitragsbild: Van Morrison, Pressefoto Karsten Jahnke GmbH).

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