Laura Veirs: The Lookout – Album Review

Laura Veirs: The Lookout – Album Review

Liebenswerter und magischer Folk-Pop der amerikanischen Songwriterin Laura Veirs

The Lookout ist bereits das zehnte Album der amerikanischen Songwriterin Laura Veirs und noch immer wird die Musik der 1973 in Colorado Springs geborenen Künstlerin nur von einem eingeweihten Kreis von Fans goutiert. Vielleicht hilft  der Erfolg ihrer Zusammenarbeit mit Neko Chase und kd Lang (das Album Case/Lang/Veirs erreichte immerhin die Top-40 in den US-Charts), die eigene Solokarriere doch noch richtig in Schwung zu bringen und aus dem Status des Kritikerlieblings herauszutreten. Auf ihrem neuen Album The Lookout versammelt Laura Veirs zwölf gute Gründe für einen möglichen Durchbruch.

Laura Veirs The Lookout Cover Bella UnionZwölf stilsichere und elegante Folk-Pop-Songs, in denen sich die in Portland, Oregon, lebende Veirs mit den chaotischen Zuständen ihres Heimatlandes auseinandersetzt und denen sie die gegenseitige Aufmerksamkeit und das Achtgeben auf die „flüchtige Schönheit des Lebens“ entgegensetzt. Veirs tut dies mit der Kraft schöner Musik. An der kreativen Umsetzung beteiligten sich u.a. Ehemann und Produzent Tucker Martine sowie befreundete Musiker wie Jim James, Karl Blau und Sufjan Stevens. Mit dem fast entrückten Joni Mitchell-Folk von „Margaret Sands“ beginnt The Lookout, bevor Veirs sanfte Sample-Experimente geschickt in „Everybody Needs You“ einsetzt. Überaus entzückend hernach der fluffige, melancholische und harmonische Westcoast-Folkpop von „Seven Falls“, in den Laura Veirs unbequeme Selbsterkenntnisse packt. Diese aber eben mit der schönsten aller möglichen Melodien umhüllt.

Überragend auch „Mountains Of The Moon“, das zwischen fragilem Indie- und flirrendem Space-Folk changiert, wohin Veirs‘ Stimme letztendlich auch entschwindet. Das ergreifende „Heavy Petals“ spielt scheinbar mühelos mit Dream- und Baroque-Folk-Anleihen, fast zu schön, um wahr zu sein. An vorletzter Stelle erlaubt sie sich gar einige schräge Momente in „When It Grows Darkest“, kurz vorher setzt sie mit „The Canyon“ ein weiteres Highlight von The Lookout. Eine verloren wirkende Gitarre und Veirs‘ traumhaft schöner Gesang umschmeicheln sich perfekt, bevor Desert-Rock-artige Sequenzen dunkle Stimmungen am Horizont evozieren. Am Ende bleibt die Gewissheit: The Lookout ist bezaubernder, liebenswerter und magischer Folk-Pop.

„The Lookout“ von Laura Veirs ist am 13.04.2018 bei Bella Union / PIAS Cooperative erschienen (Beitragsbild: Laura Veirs by Jason Quigley).

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