Sunflower Bean Live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Sunflower Bean Live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Mit Spielfreude und facettenreichen Sounds erobern Sunflower Bean Hamburg

Mit Sunflower Bean kam am 12.04.2018 eine der fleißigsten jungen Bands der Amerikanischen Ostküste in die SkyBar des Molotow. Diese Band ist hochtalentiert und heiß darauf ihre Songs live auf die Bühne zu bringen. Als Support gesellte sich sehr spontan noch das Hamburger Indie-Trio Die Cigaretten dazu.

Die Cigaretten aus Hamburg supporteten spontan

Kurz bevor sich die Türen der SkyBar öffneten, wurde in der Facebook-Veranstaltung gepostet, dass Die Cigaretten aus Hamburg spontan als Support das Konzert eröffnen sollten. Der Einlass begann eine Stunde früher als gedacht. Für viele Gäste war das sehr spontan und sehr früh, mit dem Ergebnis, dass die Hamburger Indieband zunächst nur vor einer Handvoll Leuten ihre Songs zum Besten gaben. Die immer zahlreicher erscheinenden Gäste bekamen Oldschool-Sound im Krankenhausleibchen und deutschen Texten präsentiert. Das Songwriting und die Kompositionen dieser Truppe sind schon sehr ausgefeilt und an Talent mangelt es den drei jungen Hamburgern wahrlich nicht. Einzig an der Bühnenpräsenz könnten sie noch ein wenig feilen. Die Pausen zwischen den Songs waren einfach ein bisschen zu lang um die Spannung aufrechtzuerhalten.

Sunflower Bean präsentierten ihr zweites Album Twentytwo In Blue

Als die Julia Cumming, Nick Kivlen und Jacob Faber aus dem Backstagebereich kamen, stürmten sie voller Tatendrang die Treppe hoch und enterten die Bühne unter großem Applaus. In der Zwischenzeit war die SkyBar angenehm gefüllt und die drei jungen New Yorker bedankten sich mit direkt mit „Burn It“, dem ersten Song ihres neuen Longplayers Twentytwo In Blue. Poppig, rockig und mit hartem 80er-Jahre-Einschlag brachten sie die Show schnell auf touren. Die Spielfreude war der gerade einmal 22 jährigen Sängerin und Bassistin Julia Cumming bei jeder Bewegung anzusehen. Mit klarer Stimme und kräftigen Bassläufen bildet sie das Fundament des facettenreichen Sounds.

Facettenreich war auch die Songauswahl. Mal experimentiell und groovig, mal laut, mal leise oder auch wütend. Insgesamt 14 Songs, inklusive Zugabe bot das Trio. Natürlich kam der Großteil der Songs von der neuen Scheibe. Z. B. „Crisis Fest“ und „I Was A Fool, die beide schon zum Song des Tages auf Sounds & Books gekürt wurden. Spielerisch bewegen sich die New Yorker hier auf ganz hohem Níveau. Die Bandbreite an Stilen und die Perfektion an den Instrumenten war äußerst beeindruckend und die Spielfreude mitreißend. Traumhafte Melodien, rockige Gitarren und handfeste Grooves gaben sich geradezu die Klinke in die Hand.

Nach etwa einer Stunde Spielzeit und zwei Zugaben war die Frühshow in der SkyBar viel zu schnell vorbei, wobei die Musik so abwechslungsreich war, dass man nichts vermisste. Das Publikum kam auf jeden Fall voll auf seine Kosten und verabschiedete sich mit donnerndem Applaus und Jubel von dem Trio.

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