Antje Schomaker live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Antje Schomaker live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Ein glücklich machendes Konzert der Hamburger Songwriterin Antje Schomaker

Kurz vor Schluss ihres Auftritts konnte es Antje Schomaker immer noch nicht richtig fassen. Nicht richtig fassen, dass circa 800 Menschen an diesem Abend ihr und ihrer Band die Aufmerksamkeit schenkten. Und sie beim Heimspiel am 10.03.2018 im Hamburger Uebel & Gefährlich „unfassbar glücklich“ machten. Ja, die Hamburger haben „ihre“ Antje Schomaker schwer ins Herz geschlossen in den letzten fünf Jahren, seit sie vom Niederrhein in die Hansestadt im hohen Norden zog. Das Molotow hat sie schon ausverkauft zu einem Zeitpunkt, als sie ihre Fans immer noch vertrösten musste, was die Veröffentlichung ihres Debütalbums betraf.

Von diesen und anderen Zeiten erzählte sie auf der Bühne des ausverkauften Uebel & Gefährlich, versuchte durch die Kommunikation mit dem Publikum ihre Nervosität zu überspielen, dabei gab es überhaupt keinen Grund zur Aufgeregtheit für die aparte Songwriterin. Die Fans zeigten sich von Beginn an textsicher, bei dem überragenden Konzerteinstieg mit „Von Helden und Halunken“ (dem Titelsong ihres auch bei Sounds & Books besprochenen Debüts) und „Gotham City“ nimmt das nicht Wunder, jubelten ihrer „Heldin“ euphorisch zu und fraßen ihr aus der Hand. Im Gegenzug revanchierte sich Antje Schomaker für die entgegengebrachte Herzlichkeit mit einem Ausflug unter die Gäste, wo sie mit ihrer akustischen Gitarre das herzergreifend schöne „Heute und in 100 Jahren“ intonierte. Ein Lied zum Mitsummen, ansonsten herrschte doch tatsächlich andächtiges Schweigen unter den Fans.

Der intimste Moment eines euphorischen Konzertes, Antje Schomaker strahlte vor Freunde fast den gesamten Abend über das ganze Gesicht, ihr Songwriter-Deutsch-Pop wiederum sorgte für ausgelassene Stimmung im Saal. Definitiv eine Win-Win-Situation. Zur Cover-version des Bosse-Songs „3 Millionen“ bat die den Support Louka auf die Bühne, die mit ihrem Gitarristen zusammen für ihr Vorprogramm völlig zu Recht großen Applaus einheimste. Eine „kuschelig“ und berührende Atmosphäre erzeugte Antje Schomaker mit der Ballade „Mein Herz braucht eine Pause“, während „Auf und davon“ in der Amy Macdonald-Liga spielte. Am Ende rockten Antje Schomaker und Band das Uebel & Gefährlich mit „Aller guten Dinge“ und steigerten die Begeisterung auf den Siedepunkt.

Zur ersten Zugabe stand die Mittzwanzigerin allein mit der E-Gitarre vor dem Mikro, sang ein neues Lied mit der großartigen Zeile „wer zu viel hat, weiß nicht, was er besitzt“ und heimste die nächsten Ovationen ein. „Alle Zeiten, auch die Guten / Geh’n halt mal zu Ende“ heißt es im anschließenden „Ganoven“, eine Aussage, die leider auch für das Antje Schomaker-Konzert zutraf. Aber vorher gab es noch die eigene Fassungslosigkeit („Ihr seid so krass“) und den ultimativen Hit „Bis mich jemand findet“, bei Sounds & Books bereits im Dezember 2016 zum Song des Tages gekürt. Der geniale Ausklang eines rundum glücklich machenden Konzertes. Danke, Antje Schomaker und bis zum nächsten Mal.

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