Insecure Men: Insecure Men – Album Review

Insecure Men: Insecure Men – Album Review

Die Premiere der unsicheren Männer

Das Ende als Anfang: Mit dem Rauswurf bei „Fat White Family“ startete für Saul Adamczewski zunächst eine rasante Abwärtsfahrt, dann später ein neues Kapitel. „Insecure Men“ heißt das neue Projekt des Gitarristen und Sängers, gegründet um den Drogenabsturz zu entkommen und um neuen Lebensmut zu schöpfen. An seiner Seite: Ben Romans-Hopcraft, Frontmann der Shoegaze-Dreampop-Band Childhood. Hinzu kommt auf ihrem selbstbetitelten Debüt-Album eine Reihe von insgesamt zehn Gastmusikern, die den Songs ihren Stempel aufdrücken.

Insecure Men AlbumcoverDer Name „Insecure Men“ legt eine falsche Fährte. Adamczewski und Romans-Hopcraft spielen mit breiter Brust – und zwar wundervoll melodiösen Pop. Die Vorabsingle „Teenage Toy“ ist so ein Beispiel: 60s Psychedelia trifft auf 80s-Postpunk und den Charme großer Pop-Klassiker á la Pet Shop Boys. Dieser Mixtur bleiben sie auf den elf Stücken treu, variieren aber die jeweilige Dosierung. Im schwelgerischen „Cliff Has Left The Building“ etwa darf auch mal ein Saxofon zur Unterstützung des Traumsequenz-Eindrucks ran, auf „I Don’t Wanna Dance“ sind Handclaps und ein Vibraphon zu hören und die Piano-Ballade „Buried In The Bleak“ wartet mit singender Säge- und Steeldrums-ähnlichen Synthies auf.

„Ulster“ wiederum entführt den Hörer raus in die Natur, wenn die gesprochenen Textzeilen von Vogelgezwitscher und Froschquaken umrandet werden. Und „Whitney Houston And I“ trägt die DNA der Air-Songs zu Zeiten von „Moon Safari“. Sean Lennon, der für die Produktion verantwortlich zeichnet, hat den dazu passenden Sound gefunden, der frisch und unverbraucht ist. Und so ist „Insecure Men“ der erhoffte Befreiungsschlag. Ein Kreativmonster ohne Leine, das einem trotz der zum Teil düster-melancholischen Texte immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht meißelt ob des omnipräsenten Wahnsinns.

„Insecure Men“ von Insecure Men ist am 23.02.2018 bei Fat Possum / Alive erschienen (Beitragsbild: Pressefoto Insecure men).

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