Marey live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Marey live in Hamburg 2018 – Konzertreview

Magischer Indie-Folk und Kammer-Pop der Schweizer Band Marey im Hamburger Mojo Jazz Café

Auf ihrer Tour zum Debütalbum Save Animals Eat People gastierte die Schweizer Band Marey am 21.02. im Hamburger Mojo Jazz Café. Auf der an dieser Stelle bereits vorgestellten Platte zeigt das aus der zweisprachigen Stadt Biel stammende Duo Maryam Hammad (Gesang, akustische Gitarre, Keyboard) und Aurèle Louis (Cello, Gitarre, Keyboard), das live, wie auf dem Album, von Sacha Ruffieux an der Gitarre und Luigi Galati am Schlagzeug begleiten worden ist, ihre ganze Klasse. Hochkonzentriert und doch scheinbar mühelos leicht setzte das Quartett den Albumstoff auf der Bühne des Mojo Jazz Cafés um.

Mit dem Albumopener „The Story Of The Broken Cake“ begann auch der Auftritt von Marey in Hamburg. Von der ersten Minute an sang Maryam Hammad hingebungsvoll, entrückt, sanft und berührend. Ein Flüster-Indie-Folk mit rockigen Ausbrüchen, der die Magie zahlreicher Mazzy Star-Stücke einfing. Die Marey-Songs leben im Spanungsfeld aus fragiler Zartheit und gelegentlichen Rockauswüchsen. Es sind Songs von brutaler Schönheit, mysteriös und unergründlich wie der Titeltrack „Save Animals Eat People“, das auch auf einem Soundtrack eines David Lynch-Films eine gute Figur abgeben würde. Oder das versponnene „As Long As It Helps“, das kurz vor dem Finale noch in einer brachialen Eruption mündete und ganz leise endete.

Immer wieder versank Aurèle Louis traumverloren in seinem Cellospiel, wie beispielsweise in den anmutigen und traurigen Liedern „Mr Wolf“ und „Owls“. Zum Indie-Folk, Kammer-Pop und Rock gesellte sich bei Marey noch der Chanson-Blues, der im deutschsprachigen „Oslo“ trunken durch die Nacht stolperte und mit einem famosen Cello-Gitarren-Duell endete. Wie unendlich schön und schwermütig französischsprachige Musik sein kann, bewiesen Marey mit „L’Absence (Pour Claire)“. Maryam Hammads ergreifender Gesang und  das verträumte Gitarrenspiel von Aurèle Louis ließen einen völlig in Melancholie verfallen.

Außer sämtlichen Songs des Longplayers Save Animals Eat People spielten sei noch eine fröhliche Version von „Sag mir, wo die Blumen sind“ und auch die hat funktioniert. Marey beendeten das Konzert mit „Love“, das in einem ekstatischen Sixties-Psychedelic-Rock-Jam-Finale mündete und die Gäste des Mojo Jazz Cafés restlos begeisterte. Marey ist eine Band mit unfassbar viel Potential, die das Indie-Genre mit neuen Inhalten füllt. Eine Band, die man sich merken sollte.

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