Dorit Jakobs: Im Aufruhr der Lethargie – Album Review

Dorit Jakobs: Im Aufruhr der Lethargie – Album Review

Die Songwriterin Dorit Jakobs überzeugt auf ihrem Debütalbum mit klugen Texten und feinsinnigen Folk-Pop-Arrangements

Dorit Jakobs hat sich lange Zeit gelassen für ihr Debütalbum. Zeit, die sich für die in Hamburg lebende Songwriterin gelohnt hat. Sie ist gekommen, um sich zu beschweren, sich zu beklagen, zu protestieren. Der aus Bremerhaven stammenden, 34-jährigen Dorit Jakobs ist mit Im Aufruhr der Lethargie ein geschmeidiges Liedermacher-Folk-Pop-Album gelungen, auf dem sowohl zwischenmenschliche Beziehungen als auch der Blick auf soziale Gegebenheiten  im Mittelpunkt stehen. Im kurzen, lediglich von einer dezenten Orgel begleiteten  Opener „Die verlorene Welt“, sehnt sich Jakobs nach einem „Paradies, das es nicht gibt“, ein Hauch von Wehmut und Pessimismus verbreitet sich bei dieser privaten Problembetrachtung in Zeiten der Globalisierung.

Dorit Jakobs Im Aufruhr der Lethargie CoverVon den Enttäuschungen in einer scheinbar offenen Welt, in die man mit vielen Erwartungen stolpert, kündet „Erwarte nicht zu viel“. Den mahnenden Text verpackt Dorit Jakobs mit ihre Band in einen aufgeweckt-optimistischen Sound, von Gitarren und Orgel dominiert. Einer der schönsten Songs auf Im Aufruhr der Lethargie. Aus ihrer sanften Lethargie  bei „Leicht lethargisch“ weckt sich Jakobs in „Dein perfektes leben“ auf charmanter Weise mit behutsam-klackernden Beats. In „Mein Sozialleben“ erfährt man, dass „geltungsgeile Wichser“ und „widerliche Schlampen“ auch mal Kontra bekommen können und ein Grund sind, „Protestsänger“ zu werden. Am Ende überrascht der Song mit einem kleinen, aber lauten E-Gitarren-Ausbruch.

Sehr fröhlich kommt „Ich mag dich nur zur Hälfte“ daher, während „Konfliktuniversum der Liebesbeziehungen“ zum feinsinnigen und gut durchdachten Songwriter-Folk-Pop tendiert. Noch ein Ausreißer nach oben. Jedoch sind die anderen Songs von Im Aufruhr der Lethargie von einem nicht minder zu goutierenden Niveau. Das schneidige, vergleichsweise rockige „Platz für alles Schöne“ beispielsweise. Oder das zärtliche und edle Kleinod „Immerhin“. Am Ende des Longplayers steht „Nichtstun ist unsere Rebellion“, die siebenminütige, pointierte und kritische Analyse der Generationen X und Y. Es macht Spaß, Dorit Jakobs zuzuhören. Eine kluge Liedermacherin, die viel zu erzählen hat.

„Im Aufruhr der Lethargie“ ist am 16.02.2018 bei Grand Hotel Van Cleef / Indigo erschienen ist (Beitragsbild: Pressefoto Dorit Jakobs).

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