Geowulf: Great Big Blue – Album Review

Geowulf: Great Big Blue – Album Review

Verführerischer Indie-Dream-Pop von Geowulf

Die Musik von Geowulf fließt direkt ins Herz und wärmt die Seele. Was kann es also Schöneres geben bei mitteleuropäischem Winterschmuddelwetter um die Null Grad? Man muss lediglich das Geowulf-Debütalbum Great Big Blue auflegen und den sonnendurchfluteten Dream-Pop in voller Pracht genießen. Musikalische Wärme von innen tut meistens so gut. Bei Geowulf funktioniert es ganz besonders schön. Toma Banjanin und Star Kendrick, die beiden Macher hinter Geowulf, stammen ursprünglich aus Australien, nach den Zwischenetappen Göteborg und Berlin sind sie nun in London sesshaft geworden. Von regnerischer Schwermut indes keine Spur auf Great Big Blue.

Geowulf Great Big Blue CoverMögen in den Texten Sehnsüchte und Wehmut durchklingen, einige Tracks von anmutiger Melancholie umhüllt sein (eine für Dream-Pop unablässige Atmosphäre), doch fühlt man sich beim Hören von Great Big Blue sofort an einen kalifornischen Strand katapultiert. Der nächste Sommer kommt bestimmt, mit Geowulf atmen wir ihn bereits ein. Freunde der Musik von Beach House und Mazzy Star kommen bei Geowulf voll auf ihre Kosten. Toma Banjanin und Star Kendrick überzeugen von Beginn an mit feinsinnigen Arrangements. Der Eröffnungssong „Sunday“ graziös, schwebend, traumhaft schön, die Melancholie hell erleuchtet. „Saltwater“ lässiger, leichtfüßiger Indie-Pop mit zauberhaften Harmonien, während „Get You“ percussiv zum Mitwippen animiert. „Greatest Fool“ dann fast euphorisch, an Fazerdaze und Hazel English erinnernd. In „Hideaway“ schwelgen Geowulf so geschmeidig im Sixties-Pop, dass einem vor Entzücken ganz schwindelig wird.

„Only High“ vergleichsweise mit dunklen Momenten versehen, aber immer noch von anrührender Schönheit. Mit „Drink Too Much“ finden Geowulf gar den Weg auf die Tanzfläche, sachte zwar, aber immerhin, eine Art Disco-Indie-Dream-Pop. „Don’t Talk About You“ ist schlicht verführerischster Pop, so weit weg sind Fleetwood Mac dann auch nicht mehr, mehr Indie-Hit-Potential geht kaum. Deutlich Synthie-orientiert, zwischen New Wave und New Romantic changiert „Won’t Look Back“, farbenprächtig perlt „Summer Fling“ durch das Album und erhaben und majestätisch, aber mit sanft verzerrten Gitarren, beendet „Work In Progress“ es mehr als würdig. Great Big Blue ist die perfekte Indie-Dream-Pop-Verheißung.

„Great Big Blue“ von Geowulf erscheint am 16.02.2018 bei 37 Adventures / PIAS Cooperative Music (Beitragsbild: Pressefoto Geowulf).

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