Joan As Police Woman: Damned Devotion – Album Review

Joan As Police Woman: Damned Devotion – Album Review

Einfühlsame und hingebungsvolle neue Songs von Joan As Police Woman

Joan Wasser hat musikalisch schon einiges ausprobiert. Als gelernte Violinistin spielte sie in den 90ern für die Indie-Rock-Band The Dambuilders, nach dem Unfalltod ihres Freundes Jeff Buckley machte sie mit befreundeten Musikern in der Band Black Beetle weiter, seit 2002 verwandelt sich die 1970 geborene Songwriterin regelmäßig zu Joan As Police Woman, eine Hommage an eine amerikanische Fernsehserie mit Angie Dickinson, und veröffentlichte seitdem vier Alben unter diesem Moniker. Zuletzt war sie mit reichlich viel Neo-Soul für The Classic unterwegs, davor gab es Experimentelles auf The Deep Field. 2016 wagte sie gar einen Abstecher in Afropop-Gefilde mit Benjamin Lazar Davis (Let It Be You).

Die erste Joan As Police Woman-Platte Real Life wurde mit dem Independent Music Award als bestes Rock-Pop-Album ausgezeichnet, To Survive war Album des Jahres im Q Magazine. Kooperationen mit Musikern wie Lou Reed, Elton John, Dave Gahan, Rufus Wainwright und Antony And The Johnsons stehen ebenfalls in ihrer Vita. Auf Damned Devotion, dem fünften Album als Joan As Police Woman, setzt Joan Wasser auf Rhythmik und klassisches Songwriting und findet den Missing Link zwischen Feist und Carole King. Holpernde Drum-Beats prägen die neuen Arrangements, die so elegant und anschmiegsam sein können wie im Eröffnungstrack „Wonderful“ und fast kontemplativ in der Vorabsingle „Warning Bell“, diesem zauberhaften Song über die Naivität eines Romantikers.

Ganz geschmeidig dann Wassers Songwriter-Soul-Pop in „Tell Me“, funky, fast im Prince-Modus, rumpelt „Steed (For Jean Genet)“ daher und ihr betörender Gesang macht den Titelsong zu einem sinnlichen Erlebnis, während das raffinierte und polternde „The Silence“ eine bedrohliche Atmosphäre verbreitet. Zu den Gewinnersongs von Damned Devotion zählen noch das verletzliche „Valid Jagger“, das anmutige „What Was It Like“ sowie der traurige, aber erhabene Closer „I Don’t Mind“. Ein einfühlsames und hingebungsvolles Album, das Joan As Police Woman am Puls der Zeit und auf dem Höhepunkt ihrer Songwriterkunst zeigt.

„Damned Devotion“ von Joan As Police Woman erscheint am 09.02.2018 bei Play It Again Sam / PIAS (Beitragsbild: Joan As Police Woman by Allison Michael Orenstein).

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