Justin Timberlake: Man Of The Woods – Album Review

Justin Timberlake: Man Of The Woods – Album Review

Ein paar Schatten, aber das Licht überwiegt

Der Auftritt von Justin Timberlake in der Halbzeitpause des Super Bowl war dicke Hose. Und ein deutlicher Beleg dafür, dass der 37-Jährige noch immer zu den ganz Großen im Pop gehört. Mit „Rock Your Body“, „Justified“, „SexyBack“ und „Cry Me A River“, „My Love“ und „Can’t Stop The Feeling“ kamen dabei allerdings meist Songs der ersten vier Alben zum Einsatz, dazu ein Prince-Tribut. Von „Man Of The Woods“, seinem fünften Werk, war lediglich „Filthy“ zu hören.

Gut, mag man jetzt sagen, die Platte war zu diesem Zeitpunkt ja auch noch keine 24 Stunden veröffentlicht. Dennoch stellt sich die Frage, ob das neue Material das bisherige Niveau halten kann. Nach dem ersten Durchgang stellt sich in dieser Hinsicht etwas Ratlosigkeit ein. Timberlake wechselt in den 16 Songs derart häufig Stil und Genre, dass man ihm im besten Fall Unentschlossenheit, im schlimmsten Fall Kalkül vorwerfen möchte. Es wirkt, als habe er für jeden etwas dabei haben wollen, um sie alle zu begeistern. Gerade diese Offenheit grenzt den Hörer aber irgendwann aus. Während das düster-treibende „Sauce“ oder das an Stevie Wonder erinnernde „Higher Higher“ ebenso überzeugen wie das housig-funkige „Breeze Off The Pond“ und das Alicia Keys-Duett „Morning Light“, gibt es auch eine Handvoll Totalaussetzer.

„Flanell“ ist in seiner harmlosen Kitschigkeit eine Frechheit, „Wave“ schläft einen mit seiner Belanglosigkeit ein und auch „The Hard Stuff“ ist so überraschend wie die Deutsche Meisterschaft des FC Bayern. Ein paar Schatten also. Und trotzdem überwiegt das Licht auf „Man Of The Woods“. Immer dann, wenn Timberlake nicht imitiert, nacheifert oder so tut als ob. Wenn er aufrichtig ist und sich von der Erwartungshaltung löst, bekommen seine Songs Größe. Auf „Man Of The Woods“ ist das zu hören.

„Man Of The Woods“ von Justin Timberlake ist am 02.02.2018 bei RCA / Sony Music erschienen.

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