Tyler Childers: Purgatory – Album Review

Tyler Childers: Purgatory – Album Review

 

Intensiver Americana-Country-Folk des Musikers aus Kentucky

Der aus dem US-Staat Kentucky stammende Songwriter Tyler Childers erlernte das Singen in jungen Jahren im örtlichen Kinderchor. Im frühen Teenageralter begann er mit dem Gitarrenspiel, es folgten erste Gehversuche als Songwriter, die ihren vorläufigen Höhepunkt 2011 auf seinem in Eigenregie aufgenommenen Debütalbum Bottles And Bibles erfuhren. Zu diesem Zeitpunkt, zwei Jahre nach seinem High School-Abschluss, jobbte Tyler Childers noch auf dem Bau, nachdem er des Colleges schnell überdrüssig wurde.

Sounds & Books_Tyler-Childers-Purgatory_CoverEs folgten zwei vom Radiosender Red Barn in Lexington mitgeschnittene EPs in den Jahren 2013 und 2014, bevor das nun auch in Deutschland erscheinende Album Purgatory in den heimatlichen Staaten für den Durchbruch sorgte. Dort bereits im August 2017 veröffentlicht, setzte sich Purgatory an die Spitze der Billboard-Heatseekers-Charts, auf Platz 17 der Country-Album-Charts sowie auf Platz 4 der Americana/Folk-Album-Charts. Auf seinem zweiten Longplayer schreibt Tyler Childers Songs über seine Heimat, genauer gesagt über das Leben eines jungen Mannes in den Appalachen im östlichen Teil Kentuckys. Seine Texte über die dunklen und hellen Seiten des Lebens verpackt Childers in einen Mountain-Sound, der zwischen traditioneller Country-Musik und modernem Americana-Songwriting changiert. Freunde des gepflegten Pedal Steel-Gitarrenspiels, von Fiddle, Banjo und Mandoline kommen beim Hören von Purgatory voll und ganz auf ihre Kosten.

Während der Opener „I Swear (To God)“ noch den klassischen Country-Bluegrass-Stil bedient, schwelgt Childers mit „Feathered Indians“ und „Tattoos“ in einem Alternative-Country, wie ihn Uncle Tupelo oder die ganz frühen Wilco interpretierten. Blues und Rock finden Einlass in „Whitehouse Road“ und eine moderne Kris Kristofferson-Variante vernimmt man in „Honky Tonk Flame“. „Universal Sound“ hält was der Titel verspricht, einen universellen Klang, der Americana und Pop verbindet. Im abschließenden „Lady May“ reduziert sich Childers auf Gesang und die eigene Begleitung auf der akustischen Gitarre. Ein ruhiger Ausklang eines intensiven Americana-Country-Folk-Albums, von Sturgill Simpson und David Ferguson perfekt produziert.

„Purgatory“ von Tyler Childers erscheint am 05.01.2018 bei Hickman Holler Records / Thirty Tigers / Alive (Beitragsbild: Tyler Childers by David McClister).

 

Kommentare

Kommentar schreiben