Tears For Fears: Rule The World – The Greatest Hits

Tears For Fears: Rule The World – The Greatest Hits

 

Zurück in  der 80er und zwei neue Songs

Die englische Band Tears For Fears steht für Erinnerung. Erinnerung an die frühe musikalische Radiosozialisation, die Ende 1982, Anfang 1983 begann. In Ermangelung einer eigenen Stereo-Anlage hing man, von den Eltern zähneknirschend geduldet, sonntagabends im Esszimmer vor dem Radio-Kassetten-Recorder, um in loser Folge ein paar neue Hits der von Frank Laufenberg moderierten SWF3-Hitparade mitzuschneiden. Auch die HR3-Hitparade mit Werner Reinke spielte eine wesentliche Rolle in der eigenen Popmusiklehre der 80er-Jahre. Und die Erinnerung trügt nicht.

Da sich fast alle damals aufgenommenen Kassetten – ein paar sind wohl (leider) diversen Umzügen zum Opfer gefallen – im persönlichen Musikarchiv befinden, genügt ein Blick in diese Frühphase des Musikinteresses, um Tears For Fears zu finden. Auf Seite zwei der zweiten jemals aufgenommenen Kassette befindet sich die erste Tears For Fears-Single „Mad World“, eingerahmt von Ixis „Knutschfleck“ und „Sweet Dreams“ von den Eurythmics. Auch „Beat It“ von Michael Jackson, „Separate Ways“ von Journey, „Overkill“ von Men At Work und „Bum Bum“ von Trio sind auf dieser Kassettenseite verewigt. So war das damals.

Sounds & Books_Tears For Fears_Rule The World_The Greatest Hits_CoverBereits das erste Tears For Fears-Album The Hurting, auf dem sich die Hitsingles „Mad World“, „Pale Shelter“ und „Change“ tummeln, war der Chartdurchbruch für die beiden Gründungsmitglieder Roland Orzabal und Curt Smith mit Platz 1 in England und Platz 15 in Deutschland. Zwei Jahre später eroberten sie mit „Shout“ und „Everybody Wants To Rule The World“ die ganze Welt. Nachdem die Synthpop-Kollegen von Depeche Mode mit „People Are People“ einen der prägnantesten Smash-Hits des Jahres 1984 komponierten, konterten Tears For Fears mit dem unbarmherzigen „Shout“, das, ähnlich wie das elegante „Everybody Wants To Rule The World“ – auch nach über 30 Jahren immer noch ein starker Popsong – jeden Tag gefühlt in Dauerschliefe im Radio lief. Im Gegensatz zu Depeche Mode, die heute noch Arenen füllen, veröffentlichten Tears For Fears mit dem ambitionierten Karrierehighlight The Seeds Of Love erst 1989 wieder ein Album und gerieten anschließende mehr oder weniger in Vergessenheit.

Auf Rule The World – The Greatest Hits sind all diese großartigen Songs versammelt, darunter auch „Head Over Heels“, „Sowing The Seeds Of Love“, „Advice For The Young At Heart“ und „Woman In Chains“. Mit „I Love You But I’m Lost“ und „Stay“ veröffentlichen Tears For Fears auf Rule The World erstmals seit 2004 neues Material, aber das dürfte nur die Hardcore-Fans interessieren. Was bleibt, sind die Erinnerungen an einige tolle alte Hits aus den 80ern, die mit Rule The World wieder an die Oberfläche dringen.

„Rule The World – The Greatest Hits“ von Tears For Fears ist am 10.11.2017 bei Virgin / EMI / Universal Music erschienen.

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