Vibravoid: Mushroom Mantras – Album Review

Vibravoid: Mushroom Mantras – Album Review

 

Psychedelic-Space-Rock aus Düsseldorf

In den 70ern war Düsseldorf mit Kraftwerk und Neu! die deutsche Hauptstadt der elektronischen Musik. Zum Ende jenes Jahrzehnts übernahmen Bands wie Fehlfarben und Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) das Kommando in der Rheinstadt und gaben der Neuen Deutschen Welle einen Sinn, bevor Die Toten Hosen den Punk aus Düsseldorf in die Republik trugen. Soweit die bekannte Fakten deutscher Popkultur. Fakt ist auch, jedoch weit weniger im Fokus der Öffentlichkeit stehend, dass die Düsseldorfer Band Vibravoid bereits seit gut 30 Jahren eine Vorreiterstellung im Psychedelic-Rock-Genre, in der Zwischenzeit auch über die Landesgrenzen hinweg, einnimmt.

Sounds & Books_Vibravoid_Mushroom Mantras_CoverDas Trio Christian Koch (Gesang, Gitarre), Frank Matenaar (Schlagzeug, Percussion) und Dario Treese (Bass, Orgel) geht auch auf dem neuen Album Mushroom Mantras keine Kompromisse ein und taucht tief in die Spät-Sechziger- und Früh-Siebziger-Jahre. Elektrische Sitars, Tablas, Mellotron und Theremin sind weitere eingesetzte Instrumente, die das Klangspektrum von Mushroom Mantras erweitern. Vibravoid versetzen den frühen Pink Floyd-Sound mit einer hinduistisch-meditativen Note im Opener „Om Gang Ganpataye Namah“ und so entsteht ein faszinierender Space-Rock-Trip, der ganz ohne halluzinogene Drogen (aber mit ähnlicher Wirkung) in das Bewußtsein dringt. In kosmische Sphären dringt auch „The Legend Of Doctor Robert“ vor, zunächst erdig-bluesig, dann abgehoben trancehaft und Beatles-like.

Mit verzerrten Gitarren und volle Acid-Rock-Kraft voraus katapultieren sich Vibravoid in „Echoes Of Time“ in entfernte Galaxien, während das Friedens-Mantra „Sarveshaam Svastir Bhavatu“ mit viel Sixties-Pop-Appeal präsentiert wird. „Apollo69“ trägt Prog-Rock-Züge in sich und das balladeske „Purple Pepper“ unterliegt atmosphärischen Störungen. Das fast 20-minütige „The Orange Coat“ ist ein großangelegter mäandernder Flower-Power-Hippietraum, betörend, filigran, naturalistisch, schwebend. Die drei bisher unveröffentlichten Bonustracks „Krautfaktor I-III“ aus dem Jahre 1992, die Mushroom Mantras beednen, sind mehr einem Elektro-Space-Club-Sound zuzuordnen. Aber Vibravoid stammen ja bekanntlich aus Düsseldorf.

„Mushroom Mantras“ von Vibravoid ist am 17.11.2017 bei Stoned Karma erschienen.

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