Django Bates’ Belovèd – The Study Of Touch

Django Bates’ Belovèd – The Study Of Touch

 

Das Trio um Django Bates emanzipiert sich auf „The Study Of Touch“ von Charlie Parker und findet einen eigenen Sound

Im All-Star-Team mit Anouar Brahem, Dave Holland und Jack DeJohnette lieferte der 1960 im britischen Beckenham geborene Django Bates jüngst den Beweis seiner Weltklasse. Brahems „Blue Maqams“ gilt schon jetzt als eines der besten Jazz-alben des Jahres – und Bates als heimlicher Star des Ensembles. Es ist die bemerkenswerte Gelassenheit, mit der Bates die Tasten spielt. Melodiös, phantasievoll und immer gefühlsbetont.

Sounds & Books_Django Bates' Belovèd_The Study Of Touch_CoverMit seinem eigenen Trio Belovèd hat er bisher vorwiegend Musik von Charlie Parker interpretiert. Auch auf „The Study Of Touch“ befindet sich mit „Passport“ eine Charlie Parker-Komposition (und mit „This World“ ein Stück von Iain Ballamy). Ansonsten aber präsentiert Bates auf diesem Release ausschließlich Material aus eigener Feder. „Ich hatte das Gefühl, dass es an der Zeit war, endlich von Parker abzulassen und wieder selbst als Komponist in meiner Band das Ruder zu übernehmen“, erklärte Bates die Beweggründe für das neue Album. Aufgenommen im Juni 2016 im Osloer Rainbow Studio One, ist „The Study Of Touch“ eine angenehme Abwechslung zum gerade inflationär dargebotenem Piano-Trio-Sound im Markt.

Bates und seine Mitstreiter – Kontrabassist Petter Eldh und Drummer Peter Bruun – geben sich gegenseitig lange Leine und gestalten ihre Musik so deutlich freier als die oft in Popmusik-Formate gepackten Songs anderer Pianisten. Belovèd verschleppen Rhythmen, variieren Lautstärken, lieben die Dynamik, improvisieren sich mutig ins Unbekannte – und finden doch immer wieder den Weg zurück zum Ausgangspunkt. Stücke wie „Little Petherick“, „Senza Bitterness“ oder das Titelstück tragen eine Schönheit zur Schau, die tiefgeht.

Bates bedient auf diesen Stücken das akustische Klavier mit einer Sensibilität, die selten ist. Aber auch auf den kraftvolleren Stücken wie etwa „We Are Not Lost, We are Simply Finding Our Way“ oder „Slippage Street“ weiß das Trio zu überzeugen. Die bestens eingespielte Rhythmusgruppe zeigt hier ihre Muskeln. Vielseitig, berührend, begeisternd: „The Study Of Touch“ belegt eindrucksvoll, warum Django Bates derzeit auch als einer der wichtigsten Jazz-Pianisten überhaupt gilt.

„The Study Of Touch“ von Django Bates’ Belovèd ist am 03.10.2017 bei ECM Records erschienen.

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