Tin Men & The Telephone: Furie – World Domination Part 1 – Album Review

Tin Men & The Telephone: Furie – World Domination Part 1 – Album Review

 

Tin Men & The Telephone schicken Populisten auf einen anderen Planeten

Der Ansatz dieses Projektes klingt ambitioniert: Die holländischen Tin Men & The Telephone wollen den Protest zurück in den Jazz holen. „Furie – World Domination Part 1“ ist der erste Teil einer geplanten Trilogie, die sich mit den populistischen Politikern beschäftigt, die die Welt aktuell an den Rand des Kollaps treiben. In ihrer fantasievollen Vorstellung werden diese Führer entführt und auf einen anderen Planeten verschafft, wo man ihnen Respekt und Anstand beibringt. Dabei nehmen Tin Men & The Telephone die Perspektive einer fremden Organisation ein, die das politische Gleichgewicht in der Galaxie beherrscht. Ihr Name: FURIE (Federal Union for Restoring Intergalatic Equilibrium).

Sounds & Books_Tin Men & The Telephone_Furie_CoverDas Ganze erinnert an Douglas Adams‘ „Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy“ und ist ähnlich abenteuerlich. Die Stücke auf „World Domination Part 1“ sind stilistisch im Bereich Space Jazz anzusiedeln, kombinieren dabei klassische Jazz-Elemente mit moderneren Hip-Hop-Grooves. Original-Auszüge aus Reden von Trump, Le Pen, Erdogan, Orban oder Kim Jongun bilden die Basis für die Stücke und werden in den Sound integriert. Besonders eindrücklich gelingt das in „Walls“, in dem Trumps Reden über die Mauer zwischen USA und Mexico im Wahlkampf bis zur Absurdität verstückelt und eingesetzt werden. Das Konzept trägt durch kurzweilige und spannende, bei allem Irrwitz aber auch nachdenklich machende zwölf Stücke. Ein Konzeptalbum, das aufhorchen lässt.

„Furie – World Domination Part 1“ von Tin Men & The Telephone ist am 20.10. 2017 bei Roe Music Productions erschienen.

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