Dangers Of The Sea: Our Place In History – Album Review

Dangers Of The Sea: Our Place In History – Album Review

 

Die hohe CSN&Y- und Midlake-Schule aus Dänemark, jetzt mit noch besseren Songs

Kommt das womöglich schönste Folk-Rock-Album 2017 aus Dänemark? Dangers Of The Sea bewerben sich mit Our Place In History jedenfalls mit Vehemenz um diesen Titel. Der zweite Longplayer der Band um Sänger und Gitarrist Andreas Bay Estrup lässt jedenfalls für alle diejenigen keine Wünsche übrig, die mit seligem Blick an alte Zeiten von Neil Young und dessen Weggefährten Crosby, Stills & Nash denken. Ursprünglich wollte Andreas Bay Estrup nichts anderes als trommeln und träumte von einer Karriere als Jazz-Schlagzeuger.

Nach Studienzeiten in Kopenhagen, Amsterdam und den USA begann Estrup dann aber doch, eigene Songs zu schreiben und fand alsbald eine Band aus erfahrenen Musikern wie Keyboarder Jess Jensen, Gitarrist Frederik Teige, Bassist Mike Juel Taagehøj und Schlagzeuger Rasmus Jusjong. Im Jahre 2011 gaben Dangers Of The Sea ihre ersten Konzerte, ein Jahr später traten sie bereits in Roskilde auf und 2013 erschien das selbstbetitelte Debütalbum, das sofort die oben gezogenen Vergleiche evozierte. Der Nachfolger knüpft nahtlos an den Erstling an und ist gleichzeitig eine konsequente Weiterführung ihres Schaffens mit noch besseren Songs.

Sounds & Books_Dangers-Of The Sea_Our Place In History_CoverAber es sind nicht nur die Herren Neil Young, David Crosby, Stephen Stills und Graham Nash, deren Musik nachdrücklich ihren Stempel auf das Album drückte. Dangers Of The Sea verstehen sich auch in der hohen Midlake-Schule, circa zu der Zeit von The Trials Of Van Occupanther. Als schönste Beispiele dienen das formvollendete, mit Fleetwood Mac-Pop-Appeal angereicherte „Stories“ sowie das im Sixties-Rausch schwelgende „Renegades“. Auch „President“ verleibt sich den Midlake-Folk-Rock intuitiv. Auf den CSN&Y-Zug springen Dangers Of The Sea hingegen bereits im betörenden und wagemutigen Opener „Meet Me At The Station“ und wie ein barmender Neil Young (nur ohne dessen nasalen Unterton) klingen die wunderschönen Tracks „There’s No Answer For Us“ und „Mathilda“ (mit CSN-Harmoniegesängen und Midlake-Flow).

Das euphorisierende, ja, hymnische „You & I“ ist der wahrscheinlich perfekteste Song auf Our Place In History. In dieser CSNY- und Midlake-Zwischenwelt bewegen sich Dangers Of The Sea auf sicherem Fuß. Folklastig in „A 1000 Good Reasons“, den Dream-Pop streifend bei „When I’m Gone“, empfindsam und melancholisch in „Take Me To The Ocean“ sowie im schmissigen, an Ryan Adams erinnernden Closer „Can You Hear Me“. An dem Folk-Rock von Dangers Of The Sea gibt es nichts auszusetzen.

„Our Place In History“ von Dangers Of The Sea ist am 20.10.2017 bei DevilDuck Records / Indigo erschienen.

 

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