Kele Okereke: Fatherland – Albumreview

Kele Okereke: Fatherland – Albumreview

Ein Quantensprung in der Karriere von Kele Okereke

 

Im Dezember 2016 ist Kele Okereke Vater einer Tochter geworden. Ihr hat er das neue Album „Fatherland“ gewidmet, das ganz anders klingt als alles, was der 36-Jährige bislang veröffentlicht hat. Statt energetischer Gitarren und treibender Electrosounds bietet „Fatherland“ kuscheligen Folk in der Tradition von Nick Drake, Elliot Smith oder Sufjan Stevens.

Sounds& Books_Kele Okereke_Fatherland_Cover„Früher konnte ich mit Folkmusik nichts anfangen. Als wir Bloc Party gegründet haben ging es um Energie, Lärm und Intensität. In den letzten Jahren hat sich meine Sicht darauf geändert. Ich habe erkannt, dass auch in dieser Art von Musik eine Kraft steckt. Man kann Geschichten erzählen und jemanden auf eine Reise mitnehmen“, erzählte Kele zuletzt in einem Interview. Und genau das tut „Fatherland“. In seinen 13 Songs lässt es den Hörer ganz nah dran an Keles Innenwelt. Der Sänger reflektiert in den Songs seine neue Rolle im Leben, das Verhältnis zu seinem Vater, zum Wunder des Lebens und zu Sorgen und Ängste, die das Älterwerden mit sich bringen. Musikalisch setzt Kele für seine Version von Folk-Musik nicht allein auf Akustikgitarre und Gesang. Insgesamt 20 Musiker sind an den Aufnahmen beteiligt gewesen.

Vor allem der Einsatz von Streichinstrumenten verleiht den Kompositionen eine erhabene Note. Positiv stechen vor allem das poetische „Streets Been Taking“, das mit Olly Alexander im Duett eingespielte „Grounds For Resentments“ und der rührende Willkommensgruß „Savannah“, in dem Kele seiner Tochter einige Ratschläge und Wünsche mit auf den Lebensweg gibt, heraus. Und wenn auch nicht alle Tracks auf „Fatherland“ dieses Niveau halten können, so ist Keles drittes Solo-Alben doch ein Quantensprung in der Karriere des charismatischen Sängers.

„Fatherland“ von Kele Okereke ist am 06.10.2017 bei BMG erschienen.

Kommentar schreiben