Tricky: Ununiform – Album Review

Tricky: Ununiform – Album Review

 

Ein beklemmendes und befreiendes Tricky-Album

TripHop, DownBeat, 90er-Jahre, Drogenparties in Kellerclubs: Tricky war einer der Hauptlieferanten für den Soundtrack einer Bewegung, die zwar bis heute nachwirkt, deren Pioniere jedoch überwiegend in Vergessenheit geraten sind. Auch Tricky, der in den letzten Jahren regelmäßig Alben veröffentlichte, schaffte den Weg nicht zurück ins helle Lampenlicht. Das liegt keinesfalls an einer schwindenden Qualität seiner Musik.

Tricky_Ununiform_CoverSchon „False Idols“, „Adrian Thaws“ und Skilled Mechanics“ hatten jede Menge gutes Material. Und „Ununiform“ setzt da noch einen drauf. Die Tracks klingen inspiriert wie lange nicht. Was nicht zuletzt an der Öffnung des Sounds Richtung Osteuropa liegt. Vier Tracks wurden im Winter in Moskau aufgenommen und beinhalten Kollaborationen mit den berühmtesten Rappern und Produzenten Russlands wie Scriptonite, Vasilly Vakulenko oder Smoky Mo. Das finstere „Blood On My Blood“ lässt einem das Blut in den Adern frieren, „New Stole“ nimmt einen mit auf einen Trip durch die dunklen Ecken einer Großstadt bei Mitternacht, „Bang Boogie“ entführt den Hörer in die Russendisko.

Interessant ist auch das bis aufs Skelett abgenagte Cover des Hole-Hits „Doll“, bei dem Sängerin Avalon Lurks ihre Sternstunde hat. 13 Titel, knapp 40 Minuten Spielzeit bietet „Ununiform“. Es ist düstere Musik für düstere Zeiten. Die Party ist vorbei. Tricky vertont den Abgesang. Eine beklemmende und doch befreiende Platte eines Überlebenden.

„Ununiform“ von Tricky erscheint am 22.09.2017 bei False Idols/!K7 Music (Beitragsbild: Sebastian Pielles).

 

Kommentar schreiben