Van Morrison: Roll With The Punches – Album Review

Van Morrison: Roll With The Punches – Album Review

 

Van Morrison in bester Blues-Form

Kollaborationen ging Van Morrison im Laufe seiner Karriere immer wieder gerne ein. Ende der 80er mit den Chieftains, später dann mit Georgie Fame bei How Long Has This Been Going On und mit Fame und Mose Allison bei der Interpretation einiger Allison-Songs auf Tell Me Something, sowie mit Lonnie Donegan und Chris Barber bei den Skiffle Sessions. Vor zwei Jahren nahm Van Morrison eine ganze Duett-Platte auf, die je nach Partner mal superb, mal reichlich medioker ausfiel. Georgie Fame hat sich in den letzten 30 Jahren als ein mehr als verlässlicher Dauergast auf Morrisons Patten etabliert und so führt er auch auf Roll With The Punches eine Riege von bekannten Musikern an, die zum Gelingen des neuen Morrison-Werkes beigetragen haben, namentlich Chris Farlowe, Jeff Beck, Paul Jones und Jason Rebello.

Sounds & Books_Van Morrison_Roll With The Punches_CoverRoll With The Punches ist das 37. Studioalbum des nordirischen Meisters und versammelt zehn Rhythm and Blues-Coverversionen sowie fünf neue Morrison-Stücke. „Van The Man“ befindet sich hierauf in Bestform und der Blues liegt dem 72-Jährigen sowieso im Blut. Wüßte man es nicht besser, könnte man meinen, alle Songs auf Roll With The Punches stammten von Van Morrison. Er atmet den Geist der Originale auf, vereinnahmt die Stücke und präsentiert sie mit einer Intensität, die einen staunen und vor Freude euphorisch werden lässt. Der titelgebende Opener, einer der fünf neuen Morrison-Songs, klingt jetzt schon wie ein alter, dreckiger und doch edler Bluesklassiker aus den frühen 50ern, während das balladeske „Transformation“ ausgiebig und genüßlich im Soul badet. Morrisons Stimme hat eine Ausdrucksstärke wie lange nicht mehr, kein Nuscheln, kein Gegrunze, alles stilvoll und pointiert.

Das Album ist aus seinem Guss geschmiedet, hier folgt ein Highlight dem nächsten. Der Bo Diddley & Sam Smith-R&B-Shuffle „I Can Tell“ genauso eine exquisite Labsal wie Sam Cookes Soul-Blues „Bring It On Home To Me“, von Morrison und Freunden überragend interpretiert. Morrisons weitere neue Lieder, das bedächtige „Fame“, das jazzige „To Much Trouble“ sowie das erdige „Ordinary People“ fügen sich nahtlos in die delikat arrangierten  Fremdkompositionen ein. Van Morrison ist auf Roll With The Punches musikalisch so gut wie Cassius Clay, bzw. Muhammad Ali in seiner besten Box-Zeit. Wer bis dato noch keinen Zugang zum Blues gefunden hat, wird nach dem Hören dieser Platte zum Fan.

„Roll With The Punches“ von Van Morrison erscheint am 22.09.2017 bei Caroline International / Universal Music.

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