The National: Sleep Well Beast – Album Review

The National: Sleep Well Beast – Album Review

 

The National schwelgen wieder

Und tatsächlich sind schon wieder vier Jahre seit dem letzten The National-Werk vergangen. In der Zeit seit Trouble Will Find Me, dem würdigen Nachfolger des überragenden Albums High Violet, waren die Herren der New Yorker Band nicht untätig. Neben diversen Sideprojekten und Kollaborationen mit anderen Künstlern, bei denen sich in erster Linie Gitarrist Bryce Dessner hervorhob, begannen die Arbeiten an Sleep Well Beast bereits im September 2014, als Aaron Dessner die ersten Songskizzen an Sänger Matt Berninger übergab.

Sounds & Books_The National_Sleep Well Beast_CoverDa nun die fünf Mitglieder von The National in fünf verschiedenen Städten verteilt in den USA leben, waren regelmäßige Treffen von der Länge einer Woche wie in Brooklyn-Zeiten so nicht mehr möglich. Die Session-Abstände wurden größer, die Aufnahmen fanden schließlich im Verlauf des letzten Jahres zum Großteil in Aaron Dessners Studio in Long Pond statt. Sleep Well Beast hat alle Ingredienzien, die ein guten The National-Album ausmachen. Natürlich vordergründig Matt Berningers schwermütige Bariton-Stimme und die melancholischen Indie-Rock-Melodien, die im Falle von „Day I Die“ aus sich herausgehen und von Gitarrensoli angetrieben einen hymnisch-schwelgenden Charakter erhalten. Oder im nervösen und erschütternden „Turtleneck“ die Grenzen des Indie-Glam-Bombast-Rock ausloten.

„The System Only Dreams In Total Darkness“, „Empire Lane“ und „I’ll Stil Destroy You“ sind die Fortsetzungen der besten Momente aus High Violet und Trouble Will Find Me, während sich The National bei „Walk It Back“ in Zurückhaltung üben und Berninger, ähnlich wie im abschließenden Titeltrack, endgültig in einen Leonard Cohen-Stil verfällt. Ansonsten überwiegen elegische Balladen auf Sleep Well Beast, die in „Born To Beg“ oder „Carin At The Liquor“ die geistige Brüderschaft mit Nick Cave feiern, in „Dark Side Of Thy Gym“ eine traurig-romantische, in Guilty Party“ eine sinnlich-schwelgerische und im Opener „Nobody Else Will Be There“ eine schaurige Atmosphäre erzeugen. Wahr, gut und schön. So wie es auf einem The National-Album sein muss.

„Sleep Well Beast“ von The National ist am 08.09.2017 bei 4AD / Beggars Group erschienen.

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