Alice Cooper: Paranormal – Album Review

Alice Cooper: Paranormal – Album Review

Keine normale, aber eine sehr erfreuliche neue Alice Cooper-Platte

 

Laut Duden bezeichnet das Adjektiv „paranormal“ etwas nicht auf natürliche Weise Erklärbares oder Übersinnliches. Alice Cooper hat in seiner Karriere immer gerne mit Paranormalität gespielt. Immerhin hat er sich auf der Bühne hundertfach enthaupten lassen und ist wieder auferstanden. Vielleicht wurde Coopers Musik gerade wegen solcher Spielereien nie so richtig ernst genommen. Dabei hat er gleich ein halbes Dutzend großer Glam- bzw. Hardrockplatten veröffentlicht. Auch „Paranormal“ ist ein amtliches Brett geworden. Es orientiert sich allerdings eher am Frühwerk als an den poppigeren 90er-Jahre-Erfolgen.

Gleich der eröffnende Titeltrack gibt die Richtung vor. Klassisches Songwriting, ausufernde Gitarrensoli, hymnische Refrains: Die Cooper-Formel schockt noch immer. Der erste echte Kracher heißt „Fireball“. Der Bass hämmert die Viertel durch, die Orgel flimmert. Noch besser ist das sleazy „Fallen In Love“, das so auch in den 70ern hätte erscheinen können. Weiterer Anspieltipp ist das peitschende „Rats“, klassischer Rock’n’Roll mit durchgetretenem Gaspedal. Natürlich ist das alles irgendwie überholt, längst bekannt. Aber Cooper und Komplizen haben derartig viel Feuer, dass einem beim Hören dennoch immer wieder ein dickes Lächeln übers Gesicht huscht. Und „The Sound Of A“ ist sogar ein ernstzunehmender, richtig großer Song geworden.

„Paranormal“ sei wie zwölf gute Episoden von „The Twillight Zone“. Jeder Song erzähle seine eigene verdrehte Geschichte, sagte der 69-Jährige Cooper in einem Interview zur neuen Platte. Passt irgendwie. Für Fans des frühen Cooper hält die Bonus-CD einen besonderen Leckerbissen bereit: einen Konzertmitschnitt mit den Original-Mitgliedern der Alice Cooper Band aus Columbus. Und auch hier zeigt sich, in welch guter Form Cooper ist. „No More Mr. Nice Guy“, „Under My Wheels“ und „Billion Dollar Babies“ haben nie frischer geklungen. Normal ist das nicht, aber sehr erfreulich.

„Paranormal“ von Alice Cooper erscheint am 28.07.2017 bei earMusic / Edel.

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