Broken Social Scene: Hug Of Thunder – Album Review

Broken Social Scene: Hug Of Thunder – Album Review

Ein clevers Indie-Highlight des Jahres

Metric, Feist, Stars: Viele kanadische Indie-Größen haben ihren direkten Ursprung im Künstlerkollektiv Broken Social Scene. Andere wie etwa Arcade Fire, Timber Timbre oder Wolf Parade sind ihrem Ruf gefolgt und würde es zum Teil ohne Broken Social Scene gar nicht geben. Nach dem letzten Lebenszeichen „Forgiveness Rock Record“ von 2010 ist es still geworden um die Truppe. Jetzt aber melden sich die beiden Masterminds Kevin Drew und Brendan Canning endlich mit neuer Platte zurück.

„Hug Of Thunder“ vereint 15 verschiedene Musiker, zwölf Tracks und eine Vision: die Indie-Platte des Jahres aufzunehmen. Ob das gelungen ist, bleibt abzuwarten. Klar ist aber schon jetzt: „Hug Of Thunder“ ist eine irrsinnig clevere, vielschichtige und aufregende Platte geworden. Vor allem die Rückkehr von Leslie Feist und Emily Haines fällt natürlich positiv auf. Beide drücken mit ihren Stimmen und ihrem Charme den Songs ihren Stempel auf. Ein Nostalgietrip ist „Hug Of Thunder“ aber keinesfalls.

Im Gegenteil: Broken Social Scene erweitern ihr Spektrum, wagen neue Sounds und überraschen den Hörer im Minutentakt. Erstaunlich ist vor allem die Vielfalt vieler Stücke: „Towers And Masons“ ist zugleich wütend und warm, „Victim Lover“ ist tanzbar und melancholisch, „Gonna Get Better“ ist klassisch und futuristisch. Genau hier liegt der Reiz der Platte: in ihrer Unbestimmtheit, in ihrer Klischeelosigkeit. Eine hochsensible und glanzvolle Produktion von Joe Chiccarelli sorgt zudem für den passenden Rahmen dieses Indie-Highlights. 53 Minuten lang dauert der „Hug Of Thunder“. Es ist ein berauschender Trip in die Indie-Zukunft.

„Hug Of Thunder“ von Broken Social Scene erscheint am 07.07.2017 bei City Slang.

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