Jason Isbell And The 400 Unit: The Nashville Sound – Album Review

Jason Isbell And The 400 Unit: The Nashville Sound – Album Review

 

Glücklichmachende Americana-Melancholie

Zu Beginn der Nuller-Jahre fiel Jason Isbell dem geneigten Musikkenner als Gitarrist und Songwriter der Americana-Alternative-Rock-Band Drive-By Truckers aus Athens, Georgia, auf. Nach einigen erfolgreichen Jahren verließ Isbell die Gruppe und zieht seit 2007 sein eigenes Ding durch. Zu Beginn mit seiner Begleitband The 400 Unit, später nur unter der Nutzung seines eigenen Namens. Mit den Alben Southeastern und Something More Than Free feierte er veritable Erfolge in den US-Charts, letzterer Longplayer landete im Erscheinungsjahr 2015 gar in den Top-Ten. Für The Nashville Sound hat Jason Isbell nun also wieder The 400 Unit mit an Bord geholt und sticht mit seiner neuen Platte gleich mal ganz locker Americana-Gott Ryan Adams aus, der zuletzt mit Prisoner doch hinter den Erwartungen zurück blieb.

Sounds & Books_Jason Isbell And The 400 Unit_ The Nashville Sound_CoverJason Isbell hingegen hat die ganze Wehmut, Sehnsucht und Melancholie für seine Americana-Country-Folk-Kompositionen gepachtet, die Adams nur noch rudimentär hinbekommt. Das tieftraurige „Last Of My Kind“ ist eine adäquate Form, um seine Schwermut und Verlassenheit in Musik umzusetzen und darüber hinaus ein formidabler Auftakt für The Nashville Sound. Mit dem anschließenden, straighten und ausgelassenen Rocker „Cumberland Gap“ grüßt Isbell Bruce Springsteen und das brillante „Tupelo“ erinnert an die besten Zeiten von Ryan Adams. Ein Song, der auch Adams‘ Meisterwerke Heartbreaker, Gold und Cold Roses veredelt hätte.

Das Leben ist manchmal aber auch zum Verzweifeln. Isbell nagt an eigenen Ängsten („Anxiety“), erschreckt vor der Tatsache der Endlichkeit der Liebe durch den Tod („If We Were Vampires“), versucht aber trotz aller Unbill Halt und Hoffnung zu finden („Hope The High Road“). Das Glück ist für Jason Isbell nur schwer aufzuspüren, aber wir haben zum Glück die Musik seines neuen Albums The Nashville Sound. Vielleicht macht unser Glück auch Jason Isbell glücklich.

„The Nashville Sound“ von Jason Isbell erscheint am 16.06.2017 bei Southeastern Records / Thirty Tigers / Alive (Beitragsbild: Danny Clinch).

 

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