The Cranberries: Something Else – Album Review

The Cranberries: Something Else – Album Review

„Zombie“ und Co. im Streicher-Folk-Pop-Ambiente, dazu drei neue Songs

Es gibt diese Hits, die sind so umwerfend, dass man sie irgendwann nicht mehr hören kann. „Zombie“ der irischen Band The Cranberries ist so einer. Gefühlt lief dieser Single-Megaerfolg Ende 1994 und das ganze Jahr 1995 jeden Tag in Dauerschleife auf jedem Radiosender. Zusätzlich dudelte man den Song auch noch mit seinem CD-Player zu Tode. Da kann „Zombie“ gar nichts für, doch schätzten Eingeweihte die Band um Sängerin Dolores O’Riordan bereits eins, zwei Jahre vorher mit der Veröffentlichung von Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We? und den Lieblings-Indie-Pop-Songs „Linger“ und ganz besonders „Dreams“, als The Cranberries noch an The Sundays erinnerten.

Sounds & Books_The_Cranberries_Something_Else_Cover_px600Mit „Zombie“ und dem Album No Need To Argue waren The Cranberries plötzlich Stars und in allen CD-Regalen vertreten. Drei Platten später folgte zu Beginn des neuen Jahrtausends die Trennung, 2012 mit Roses ein Comeback-Album. Als Limerick, die Heimatstadt von The Cranberries, 2014 zur ersten Kulturstadt Irlands gekürt wurde, fand sich Dolores O’Riordan am Silvesterabend gemeinsam mit einem Quartett des Irish Chamber Orchestra auf der Bühne wieder. Die Idee eines Akustikalbums mit Orchesterbegleitung reifte damals in ihr, das Ergebnis heißt Something Else, umfasst 13 Songs, davon drei neue. Und man soll es nicht für möglich halten, aber „Zombie“ gewinnt in der Neufassung tatsächlich an Glanz.

Vom Bombast befreit, fehlt zwar die Pop-Ausrichtung des Überhits, doch machen die Streicherparts ein erhabenes kammermusikalisches Kleinod daraus. Mit den Violinen, Violas und Cellos im Mittelpunkt, verbreitet Something Else naturgemäß eine traurige Atmosphäre, in die sich die neuen Lieder „The Glory“, „Rupture“ und „Why?“ perfekt einbetten. Letztgenanntes Lied kommt im schönen Folk-Pop-Ambiente daher, was auch für „Linger“, „Dreams“ und „Ridiculous Thoughts“ gilt, während „Ode To My Family“ in Melancholie versinkt, natürlich nicht minder anmutig. Diese Folk-Pop-Akustik-Streicher-Kombination ist zwar gefällig, funktioniert bei The Cranberries aber trotzdem und fällt insgesamt erfreulich aus.

„Something Else“ von The Cranberries erscheint am 28.04.2017 bei BMG (auch Beitragsfoto).

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