Brothers Of Santa Claus: Not OK – Album Review

Brothers Of Santa Claus: Not OK – Album Review

Die Freiburger Band Brothers Of Santa Claus auf der nächsten, sehr guten Entwicklungsstufe

Die Band Brothers Of Santa Claus ist definitiv eine deutsche Indie-Pop-Rock-Hoffnung. Bereits das Debütalbum Navigation von 2014 war ein Achtungserfolg bei Fans und Kritikern, das neue Werk Not OK sollte einige von ihnen in Jubelarien ausbrechen lassen. Pendelte Navigation noch gekonnt zwischen Alternative-Folk und Indie-Pop, so entziehen sich die zehn neuen Songs auf Not OK dieser Genrebezeichnungen. Für das neue Album arbeitete das Freiburger Quintett über mehrere Monate hinweg in den Studios des Funkhauses Berlin und wusste den Produzenten Alex Sprave (Max Prosa, Me & My Drummer) an seiner Seite.

Die Bandmitglieder Maximilian Bischofberger (Gesang, Keyboards), Bela Hagel (Gesang, Gitarre), Jan Horst (Gitarre), Francesco Rezzonico (Bass) und Simon Heitzler (Schlagzeug) zeigen sich auf Not OK wesentlich experimentierfreudiger als noch vor drei Jahren und so ist das Album dementsprechend vielschichtiger ausgefallen. Auf Navigation deuteten „Dry“ und „Snowstorm“ die Zukunft schon an, nun klingen Brothers Of Santa Claus wie eine geerdete Version von Radiohead. Auch Wilco-Fans können einige Tracks sicherlich goutieren. Zu hören ist diese Entwicklung beispielsweise im Titeltrack „Not OK“, wenn elegische Gitarrenparts und sanfte Keyboardpassagen abheben, aber nie im großen weiten Universum verloren gehen. Die Gitarren brechen zum Finale in rabiater Rock-Noir-Form aus, etwas Exzentrik darf man sich in sieben eindrucksvollen Minuten gönnen.

Ein ähnliches Phänomen bringen Brothers Of Santa Claus in „Once“ unter. Sie beginnen im verschleppten Blues-Modus, ändern kurzfristig die Richtung hin zu einem bezaubernden Gitarren-Dream-Pop und enden im dramatisch-erhabenen Space-Rock. Im ebenfalls sieben Minuten währenden „NDK“ ziehen die Brothers dann alle Register und gehen nahtlos von einem entzückenden Folk-Pop zu einem radikalen Gitarren-Prog-Rock über. Zu weiteren Highlights gehören der filigrane und verträumte Opener „Figure It Out“, der straighte Indie-Rock von „Stay Away“, die sparsam instrumentierte Ballade „Julika“ sowie der achtminütige Closer „Evolution“, der durch einen schleppenden Psychedelic-Folk im Jazz-Blues-Ambiente mäandert. Not OK überbietet die Erwartungen an das Zweitwerk und hievt Brothers Of Santa Claus auf die nächste, sehr gute Entwicklungsstufe.

 „Not OK“ von Brothers Of Santa Claus erscheint am 07.04.2017 bei Jazzhaus Records.

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