Hamburger Küchensessions Vol. 4 – Album Review

Hamburger Küchensessions Vol. 4 – Album Review

Akustik-Sets aus der bekanntesten Hamburger Musikküche

von Gérard Otremba

Nach knapp über zwei Jahren gehen die Hamburger Küchensessions in die nächste Veröffentlichungsrunde. Über 200 Acts traten seit 2010 bei den längst legendären Küchensessions auf, 40 davon zieren die vierte Ausgabe der von Jens Pfeifer organisierten und in seiner Hamburger Küche aufgenommenen Gigs von aufstrebenden neuen Bands und bereits namhaften Künstlern. Die Intimität der Sessions ist mit jeder Note greifbar. Kleine Akustik-Sets, sparsam instrumentiert und das Ergebnis ist pure und unverfälschte Musik, von Toningenieur und Gastgeber Jens Pfeifer mit der Liebe zum Detail produziert. Und so befindet sich  auch auf Hamburger Küchensessions Vol. 4 eine erlesene Auswahl an Musikern, die auch aufmerksamen Sounds & Books-Lesern nicht ganz unbekannt sein dürften.

Da ist zum Beispiel die Hamburger Band OVE, die ihren Indie-Folk-Rock-Song „Merkur II“ mit viel Schwung präsentiert. Der ebenfalls in der Hansestadt wohnhafte Songwriter Enno Bunger verzaubert den Hörer mit „Klumpen“ am E-Piano und Die Höchste Eisenbahn verströmt bei „Pullover“ den Charme einer ausgelassenen Straßencombo. Der bei Sounds & Books ebenfalls gelobte Jonas Alaska bringt „Becky“ als Folk-Blues mit Backing Vocals zu Gehör, Brothers Of Santa Claus stellen die spannungsgeladene Ruhe von „Dry“ wieder mal eindrücklich unter Beweis und Meadows hält mit „The Only Boy Awake“ am filigranen Folk fest. Das Duo Sarah & Julian ist einem herzallerliebsten Folk-Pop in „Home“ verhaftet, Helgen gibt sich nachdenklich und schwermütig bei „Rauch“, die Mannheimer Sängerin Alex Mayr lässt in „Aus uns’rer Haut“ ein verträumte Gitarre auf dezente Percussion los und Brett Newski gibt in „DIY“ den jungen Bob Dylan.

Lukas Meister hingegen rockt seine akustische Gitarre bei „Golden“, Last Days Of April aus Schweden wehklagen sich durch das würdevolle „Sea Of Clouds“ und Ben Schadow weiß bei „Will nichts mehr wollen“, wie die hohe Schule des klassischen Songwritings funktioniert. Darüber hinaus sind zahlreiche entdeckungswürdige Musiker auf der Compilation Hamburger Küchensessions Vol. 4 vertreten, die mit Sarah Lesch, Bernadette La Hengst, Fee Badenius und Florian Ostertag weitere zugkräftige Namen aus der Musikbranche bietet. Wunderbare Auswahl, großartige Songs, klasse Künstler. Alles drauf auf den Hamburger Küchensessions Vol. 4.

„Hamburger Küchensessions Vol. 4“ ist am 20.01.2017 bei Kombüse Schallerzeugnisse / Broken Silence erschienen. 

 

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