Julia Jacklin: Don’t Let The Kids Win – Album Review

Julia Jacklin: Don’t Let The Kids Win – Album Review

Eins der charmantesten Albumdebüts des Jahres 2016

von Gérard Otremba

Don’t Let The Kids Win, ein Albumtitel, der entweder von ironischem Witz, oder unendlicher Weisheit kündet, steckt Julia Jacklin doch selbst erst in ihren Mittzwanziger-Jahren. Aber wahrscheinlich besitzt die australische Songwriterin sowohl viel Humor als auch eine gewisse Reife, die ein Album wie Don’t Let The Kids Win ermöglichen. Es ist das Debütalbum der Sängerin und Gitarristin, die bereits als Support von Okkervil River, Whitney und Marlon Williams auftrat. Auf Don’t Let The Kids Win verzaubert Julia Jacklin mit ihrer angenehmen, schönen und herzallerliebsten Stimme sowie mit einigen beeindruckenden Indie-Folk- und Indie-Pop-Song-Arrangements. Von eindringlicher Intensität ist das intime „LA Dream“, Jacklin allein an der E-Gitarre, erhaben und graziös. Ähnlich reduziert instrumentiert, aber von gleich hoher Qualität erklingen der abschließende Titeltrack, „Sweet Step“, „Same Airport, Different Man“ und „Elizabeth“.

Als Gegenpol das bandverstärkte „Coming Of Age“, das munter, mutig und vergleichsweise rockig dahinpoltert. Mit feinster Nonchalance lässt sich Julia Jacklin durch die „Pool Party“ treiben, während „Leadlight“ in schönster Indie-Country-Folk-Rock-Seligkeit schunkelt. Ganz ausgezeichnet wiederum, wie sich „Motherland“ und „Hey Plain“ (die wohl stärksten Stücke des an Höhepunkten reichen Albums) langsam hochschaukeln und so leise ausklingen, wie sie beginnen. Hier und in einigen anderen Songs klingt immer wieder sehr viel Sehnsucht, Schmerz und Erfahrung aus Jacklins einnehmender Stimme hindurch. Don’t Let The Kids Win von Julia Jacklin ist eins der charmantesten Albumdebüts des Jahres 2016 und ein sehr vielversprechender Karrierebeginn. Mit dieser Platte positioniert sich Julia Jacklin auf Anhieb zwischen Joni Mitchell, Laura Marling, Liz Phair und Beth Orton.

„Don’t Let The Kids Win“ von Julia Jacklin ist am 07.10.2016 bei Transgressive Records / PIAS Cooperative erschienen.

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