The Pretenders: Alone – Album Review

The Pretenders: Alone – Album Review

Chrissie Hynde von Dan Auerbach produziert und so stark wie lange nicht mehr

von Gérard Otremba

Seit 2005 gehören The Pretenders zur Rock and Roll Hall Of Fame, ein Status, den sich Songwriterin und einziges verbliebenes Gründungsmitglied Chrissie Hynde mit Songs wie „Kid“, „Brass In Pocket“, „Back On The Chain Gang“, „2000 Miles“. „Middle Of The Road“, „Show Me“, „Don’t Get Me Wrong“ und „Hymn To Her“ auch redlich verdient hat. Ständige Umbesetzungen (die Ursprungsmitglieder Pete Farndon und James Honeyman-Scott starben bereits in den frühen 80ern an ihrer jeweiligen Drogensucht), ließ ein wachsendes Bandgefüge nicht wirklich zu, weshalb seit langer Zeit und für immer dar allein der Name Chrissie Hynde mit den Pretenders in Verbindung gesetzt wird.

Für Alone, das zehnte Pretenders-Album in 36 Jahren hat sich die 1951 in Akron, Ohio, geborene Hynde mit Black Keys-Mastermind Dan Auerbach als Produzenten und Songwriter in Teilzeit formidable Unterstützung geholt. Der brachte von seinem Sideprojekt The Arcs Schlagzeuger Richard Swift, Keyboarder Leon Michels und Pedal-Steel-Gitarristen Russ Pahl mit, außerdem waren an den Aufnahmen in Nashville Bassist Dave Rose (Johnny Cash), Country-Rock-Gitarrist Kenny Vaughan und sogar Gitarrenheld Duane Eddy mit einer special appereance bei „Never Be Together“. Bereits der plattentitelgebende Opener „Alone“ trägt die deutliche Handschrift von Dan Auerbach, der einen pulsierenden Blues-Rock-Pop-Track zaubert, mit Honky-Tonk-Piano und Hynde’s immer noch legeren und überlegenen Sprech-Stimme im Vordergrund. Dazu knackige Gitarrenriffs und ein schimmernde Orgel und schon fühlt man sich in die 70er versetzt.

Schleichend und fast schon hypnotisch der untergründige Blues in „Roadie Man“, während “Gotta Wait“ mit stechenden Gitarrenläufen dem Southern Rock huldigt. Es ist sinnig und überzeugend, was Hynde und Auerbach auf Alone präsentieren. Der typische Duane Eddy-Gitarrentwang, der seine Hochphase in den späten 50er- und frühen 60ern erlebte, funktioniert immer noch und treibt Chrissie Hynde in „Never Be Together“ zur Höchstform. Die verträumte Ballade „Let’s Got Lost“ bleibt gefühlvoll und berührt ähnlich stark wie die Songs „The Man You Are“ und „Death Is Not Enough“. Und am Ende dann noch die Single „Holy Commotion“, ein wilder Disco-Pop-Rock-Track und der perfekte Abschluss von Alone. So wie auf diesem Album möchte man die Pretenders auch zukünftig hören.

„Alone“ von The Pretenders ist am 21.10.2016 BMG Records erschienen.

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